zur Navigation springen

26-Jähriger Student bei „Wer wird Millionär?“ : Leon Windscheid aus Münster gewinnt die Million!

vom

Nach 35 Minuten zittern, gibt der Psychologie-Doktorand die richtige Antwort auf die Millionenfrage. Was der frischgebackene Millionär mit dem Geld vorhat und wie er die Sendung erlebte lesen Sie hier.

Köln | Hätten Sie es gewusst? In der „Wer wird Millionär?“-Sendung vom Montagabend musste Leon Windscheid (26) nur noch eine Frage richtig beantworten. „Aus insgesamt wie vielen Steinchen besteht der klassische von Ernö Rubik erfundene Zauberwürfel?“ A: 22; B: 24; C: 26; D: 28. Er hatte keine Joker mehr und auch wenn er früh einen vielversprechenden Ansatz hatte, war er sich erst nach längerer Zeit sicher, dass C die richtige Antwort auf die Millionenfrage sein musste. Mit dieser Antwort lag der Doktorand und Eventveranstalter ganz richtig und wurde damit der 14. Millionär in der Geschichten von „Wer wird Millionär?“.

„In so einer Situation kann man sich nicht ganz sicher sein. Die Aufregung ist viel zu groß. Aber ich war mir am Ende so sicher, dass ich es mir nie verziehen hätte, es nicht zu riskieren und habe C gesagt. Ich habe lange an der Lösung gearbeitet. Zuerst war ich komplett auf dem Holzweg, weil ich Zauberwürfel größer in Erinnerung hatte. Nach sehr viel „Handarbeit“ und dem Prüfen aller Möglichkeiten, stand mein Entschluss dann aber fest. Und dann habe ich es mit allen Konsequenzen durchgezogen.“, sagt Windscheid und lacht.

Wenn der erste Schock überwunden ist, wird der frischgebackene Millionär einen Teil des Geldes in seine Eventfirma investieren, die er mit seinem Bruder betreibt. Seine Freundin und seine Familie werde er auf Reisen an den Golf von Guinea auf die Urwaldinseln São Tomé und Príncipe einladen. Außerdem plant er einen Teil des Geldes an zwei Projekte in Münster (Flüchtlingshilfe und Boostrapper e. V.) und an eines in seiner Heimatstadt Solingen (Flüchtlingshilfe) zu spenden.

Einen weiteren Traum will sich der junge Psychologie-Doktorand selbst erfüllen. Das Geld mache es ihm möglich ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Er liebt die Psychologie und will darüber schreiben, wie jeder mit kleinen Psychotricks sein eigenes Gehirn austricksen kann. Immerhin verdankt er diesen Psychotricks ziemlich viel. Auch das er jetzt eine Million Euro reicher ist.

Er bleibt aber auf dem Boden und sagt: „Was mir schon vor der Bewerbung klar war, auch im unwahrscheinlichen Fall, dass ich die Million hole, mache ich erstmal gar nichts anders. Was ich mache, liebe ich und mache es mit Herzblut. Daran ändert Geld sicher nichts.“ So feiert er den Gewinn nach der Aufzeichnung mit seiner Freundin und seinen Eltern bei einem Besuch bei McDonald’s. Für mehr hat es an diesem Abend aber nicht mehr gereicht. Zu k.o. war er nach der Aufregung der Sendung. Erst Mitte Dezember lädt er alle seine Freunde nach Münster in einen Club ein um dort mit einer richtigen Party seinen Geburtstag und die Million nachzufeiern.

Am Ende der Show verprach Günther Jauch Leon seinen Anzug und stand zu seinem Wort. Das Jackett überreichte er ihm bereits während der Sendung und als alles vorbei war, durfte Leon sogar mit in die Umkleide des Moderators. Ohne Umschweife zog der Quizmaster sich bis auf die Unterhose aus und gab ihm zum Jackett noch Hemd, Hose, Gürtel und Krawatte. „Günther Jauch in Unterhose zu sehen war lustig, etwas ungewohnt und hat mich an meine Vorbereitung auf die Show erinnert“, sagt Leon und lacht. Die Krawatte werde er als Andenken behalten. Der Anzug wird zu Weihnachten für einen guten Zweck, zugunsten der Flüchtlingshilfe in Münster, versteigert.

Während der letzten Frage erzählt Windscheid, dass er als Kind einen Zauberwürfel auseinander gebaut hat. Er sei schon immer neugierig gewesen und wollte wissen, wie die Dinge funktionieren. „Als Kind habe ich jedes Krabbeltier in mein Lupenglas geworfen, versucht Kaulquappen im Einmachglas zu züchten und tiefe Löcher gegraben, um zu sehen, was da wohl kommt. Den Zauberwürfel habe ich als Kind auseinandergenommen, um meinem Bruder einen Streich zu spielen. Ich wollte den Würfel so wieder zusammenbauen, dass alle Farben an der richtigen Stelle sind. Das hat natürlich nicht geklappt. Der Würfel war danach kaputt und mein schändliches Vorhaben entlarvt“.

Auf die Frage wie man eine Million gewinnt sagt Windscheid, es gäbe dafür kein Patentrezept. „Wer wird Millionär?“ sei eine Spielshow. Und Spiel heißt auch Glück. "Ich hatte Glück mit manchen Fragen und Pech mit anderen. Manche Antworten wusste ich oder konnte sie mir herleiten, bei anderen brauchte ich die Hilfe der Joker.“ Als Psychologe glaubt er aber ganz fest daran, dass man sein Glück oder Pech in einer Quizsendung durch richtiges Training stark beeinflussen kann. Man hat sein Schicksal quasi ein bisschen selbst in der Hand.

Es habe ihm extrem geholfen, sich vorher auf die Aufregung vorzubereiten. Mit Psychotricks trainierte er den Stress auf dem Stuhl zu bezwingen und einen klaren Kopf zu bewahren. Außerdem sei es unglaublich wichtig, Günther Jauch einzubeziehen. Ohne seine Hände hätte er sich den Zauberwürfel für die Millionenfrage nur schwer vorstellen können. „Als Vollprofi hilft er einem außerdem, schon allein durch seine Ausstrahlung, cool zu bleiben und mit kleinen Witzeleien das Ganze nicht zu verbissen anzugehen.“

Auch wenn dem Psychologie-Doktoranden in dieser Hinsicht sein Studium half, betont er dass er die richtigen Antworten nicht in Jauchs Gesicht lesen konnte. „Psychologie ist eine Wissenschaft und Gesichter lesen gehört, wie Handlesen, eher auf den Jahrmarkt. Auch ich als Psychologe konnte Günther Jauchs Gesicht also nicht lesen. Trotzdem sensibilisiert einen das Psychologiestudium natürlich für bestimmte Arten von Reaktionen. Man ist geschult darin, sein Gegenüber einzuschätzen.“

Günther Jauch sei allerdings eine ganz harte Nuss. Wenn es drauf ankommt, verzieht der Quizmaster keine Miene. Als es allerdings darum ging, die Millionenfrage aufzulösen, habe er aber einen kurzen Schimmer Freude in seinen Augen gesehen, kurz bevor es dann mit Feuerwerk und Konfetti hieß „C ist richtig“!

zur Startseite

von
erstellt am 08.Dez.2015 | 06:57 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen