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Medien : Jan Böhmermann talkt wieder

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Mal hüpft der Moderator rappend im Anzug durch die Kulissen. Mal tanzt er mit nacktem Oberkörper vor einer Regenbogenfahne und einem Facebook-Daumen aus Pappe. Bunt, ironisch, schräg: So präsentiert sich die neue Sendung von Jan Böhmermann (32).

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2013 | 11:51 Uhr

Vor allem im Netz wird mit aufwändigen Filmchen kräftig die Werbetrommel für das «Neo Magazin» gerührt. Von diesem Donnerstag (23 Uhr) an läuft Böhmermanns neue Sendung im TV. Die erste Staffel wird im Spartenkanal ZDFneo voraussichtlich bis Weihnachten laufen.

Der Moderator selbst beschreibt seine halbstündige Sendung als «Comedyshow, eine Art wöchentliche Late-Night» mit ein bis zwei Gästen pro Folge. Den Auftakt macht Oliver Welke von der «heute-show». Im Vergleich zu seinen vorherigen Sendungen sei diese «richtig komplex», sagte Böhmermann der Nachrichtenagentur dpa. «Den Wahnsinn, den man die Woche im Kopf mit sich trägt, in eine halbe Stunde zu pressen und das locker, lustig und originell rüberzubringen, ist auf jeden Fall eine große Denksportaufgabe.»

Schwierig ist es auch, Spannung zu erzeugen. «In meiner Generation gibt es so viel Konsens, keine richtigen Grabenkämpfe mehr», beklagt Böhmermann im Interview. «Man muss deshalb versuchen, die vielen kleinen Konflikte, die ja existieren - zwischen Alt und Jung, "digital native" und "digital immigrant" - offenzulegen.»

Seine Inspirationsquelle ist der zu Lebzeiten nicht unumstrittene Politik-Journalist Gerhard Löwenthal (1922-2002) vom «ZDF-Magazin», wie Böhmermann sagt. Der habe damals die Maxime verfolgt: «Egal, was ihr denkt, wir sind vom Fernsehen, das ist unsere Meinung, Punkt. Dieses Verkündungsfernsehen, das finde ich spannend», so der 32-Jährige.

Böhmermann ist Journalist, Moderator und Komiker. Bekannt wurde der gebürtige Bremer unter anderem durch die «Harald Schmidt Show». Mit der Anfang dieses Jahres eingestellten ZDFkultur-Talkshow «Roche & Böhmermann» wurde er für den Grimme-Preis nominiert. Zuletzt machte der Moderator mit einer satirischen Dokumentation über seine Heimat Bremen auf sich aufmerksam.

Die neue Böhmermann-Sendung wird wie «Roche & Böhmermann» von der innovativen Kölner Produktionsfirma «Bildundtonfabrik» produziert und sicherlich Ähnlichkeiten aufweisen. So sind unter anderem alte Bekannte, wie der ehemalige Sprecher der Gesprächssendung William Cohn, mit dabei.

Kurioserweise tritt der Moderator ab Mitte November mit dem «Neo Magazin» unter anderem gegen sich selbst an. Der ARD-Spartenkanal EinsPlus strahlt dann zur selben Sendezeit neue Folgen der von Böhmermann moderierten Radioshow «Lateline» aus. Böhmermann selbst kommentierte das so: «Zusammen habe ich dann vielleicht so viele Zuschauer wie ein schlechtes kleines Fernsehspiel im Hauptprogramm.»

Auch seine Moderationskollegen aus dem Hauptprogramm beobachtet der 32-Jährige: «Jörg Pilawa hat so oft den Sender gewechselt, dass er sich mittlerweile für Johannes B. Kerner hält - und umgekehrt. Aber ehrlich: Ich bewundere Leute wie Pilawa sehr, die sind gut in dem was sie machen», so Böhmermann. Er selbst sei aber ganz froh, dass seine Fähigkeiten in diesem Segment «künstlerisch begrenzt» seien.

Infos zum Neo Magazin

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