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Medien : Hilfe, ich bekomme ein Baby - Männer im Kreißsaal

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Gezeugt ist ein Kind manchmal schnell. Gute Eltern zu werden, das ist dann schon schwieriger. Zahllose Ratgeber wollen helfen - auch den werdenden Vätern.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2013 | 00:07 Uhr

Manche bemühen merkwürdige Klischees: Titel wie «Das Baby: Inbetriebnahme, Wartung und Instandhaltung» oder «Der Bauch ist rund und Schluss ist, wenn die Hebamme abpfeift» wurden scheinbar für Technik-Freaks und Fußballfans geschrieben, die ganz nebenbei auch noch Papa werden.

Doch so viel Lockerheit ist selten. Der kugelrunde Bauch ihrer Partnerin verunsichert viele Väter zutiefst. Die Dokumentation «Hilfe, ich bekomme ein Baby - Männer im Kreißsaal» in der ZDF-Reihe «37 Grad» (Dienstag, 22.15 Uhr) begleitet drei Männer vor, während und nach der Geburt ihrer Kinder. Die drei werden unter ganz verschiedenen Umständen Papa, doch eine Frage treibt alle um: Was ist meine Rolle, wenn es soweit ist?

Dass Männer ihren Partnerinnen beim Pressen die Hand halten und die Nabelschnur eigenhändig kappen, das gilt hierzulande längst als normal. Auch der 26-jährige Philipp aus Oberhausen will dabei sein, wenn seine Anne den gemeinsamen Sohn auf die Welt bringt. Am liebsten hätte er auch noch seinen besten Kumpel dabei. Anne ist davon weniger begeistert. Angst hat Philipp eigentlich nicht vor der Geburt - aber ganz genau hinschauen will er trotzdem lieber nicht.

Auch der 26 Jahre alte Daniel hat Bedenken, dass er im Kreißsaal Dinge sehen könnte, die er lieber gar nicht wissen will. Sein Freund war nach der Geburt so schockiert, dass er keinen Sex mehr mit seiner Frau wollte - die Bilder gingen nicht mehr aus dem Kopf, schließlich hatte er ihr das angetan. Ein bisschen eifersüchtig ist Daniel auch, dass seine Nancy ein so enges Verhältnis zu dem Ungeborenen aufbauen kann. «Wir Männer müssen uns mühsam erarbeiten, was den Frauen von Natur geschenkt wird» - der werdende Vater findet das ungerecht. Tauschen will er trotzdem nicht: «Solche Schmerzen würde kein Mann aushalten.»

Andreas, 42, treiben ganz andere Gedanken um. Seine Frau und er konnten lange kein Kind zeugen, Isabell hat eine Hormonbehandlung durchgemacht. Jetzt steht die Geburt der Zwillinge bevor und beide haben Angst: Ist denn auch wirklich alles in Ordnung? Das seine beiden Mädchen wahrscheinlich per Kaiserschnitt auf die Welt kommen werden, ist Andreas ganz recht. Der Nabelschnur will er nicht zu nahe kommen, «das sollen lieber die Ärzte machen».

Drei Paare, drei Schwangerschaften, ganz unterschiedliche Sorgen. Die gute Nachricht dieser Doku von Iris Bettray an alle werdenden Väter: Nicht nur die Sache mit der Nabelschnur ist ganz normal - Angst haben auch.

ZDF-Infos zum Film

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