zur Navigation springen

Medien : Hans Rosenthals «Dalli Dalli» reloaded

vom

«Sie sind der Meinung, das war...»: «spitzeeeee!» - die Wörter von Moderator Hans Rosenthal, sein Sprung in die Luft und die krachende Antwort des Publikums in der Spielshow «Dalli Dalli» sind legendär.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 13:37 Uhr

Der Showklassiker aus den 1970ern und 1980ern kommt jetzt auf die große TV-Bühne zurück. Neuer Moderator, neuer Name - gleiches Prinzip: «Das ist Spitze!» startet an diesem Donnerstag (20.15 Uhr) im «Ersten». Zuvor lief das Format mit Moderator Kai Pflaume bereits im NDR Fernsehen.

Namen von Inseln aufsagen, Wasser durch die Gegend balancieren oder Luftballons zerstechen - und zwar alles dalli dalli. Das ist das Prinzip der Spielshow mit prominenten Gästen, die in Zweier-Teams gegeneinander antreten - vor 40 Jahren und auch heute. Es lebe die Nostalgie im TV?

«Das Format ist in seinem einfachen Spielecharakter zeitlos und kann daher immer wieder gesendet werden», sagte die Medienwissenschaftlerin Joan Kristin Bleicher von der Universität Hamburg der Nachrichtenagentur dpa. In Zeiten der wachsenden Konkurrenz mit dem Internet gebe es bei Programmverantwortlichen die Besinnung auf ihre Kernkompetenzen in Sachen Unterhaltung. «Bei älteren Zuschauern greift der Nostalgieeffekt. Ob sich jüngere Zuschauer für das Format begeistern lassen, muss abgewartet werden», fügte Bleicher hinzu.

Hans Rosenthals legendäre ZDF-Sendung war seit 1971 mehr als 150 Mal immer donnerstags und am 11. September 1986 mit ihm letztmalig zu sehen. 1987 starb der sympathische Moderator, der mit seinem Sprung Kult wurde, im Alter von 61 Jahren. Auch Kai Pflaume springt, die Musik ist ähnlich, der Sendeplatztag ist gleich und das Studio im Retro-Schick mit Waben-Wand.

Zur Premiere der Neuauflage wird viel Prominenz erwartet, darunter Moderator Florian Silbereisen («Feste der Volksmusik»), die ehemalige Eiskunstläuferin Katarina Witt, Schauspielerin Jutta Speidel und Boxprofi Henry Maske. In vier Zweier-Teams kämpfen insgesamt acht Prominente gegeneinander. Für die Zwei-Personen-Jury wurde neben Jan Hofer sogar Rosenthals Enkelin Debby (20) verpflichtet, wie die ARD nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung bestätigte. Rosenthals Witwe Traudl und Sohn Gert werden als Ehrengäste erwartet.

Gert Rosenthal sagte im August in einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ) über seinen Vater: «Fünfundzwanzig Jahre nach seinem Tod ist sein Sendekonzept offenbar immer noch so gut, dass es quasi unverändert bei der ARD funktioniert.» In seiner Familie kommt die Neuauflage offenbar gut an: «Meine Mutter, die immer sehr kritisch ist, hat mir gerade erst gesagt, dass sie Kai Pflaume schreiben wolle, wie gut ihr das gefällt.» Pflaume (46), dessen Karriere im TV sich kürzlich zum 20. Mal gejährt hat, bringt Showerfahrung bei privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern mit, darunter moderierte er «Nur die Liebe zählt» (RTL), «Drei bei Kai» (ARD), und «Die Glücksspirale» (Sat.1). Zunächst sind dem Sender zufolge drei Ausgaben im «Ersten» geplant. Die Shows am Donnerstag und am 10. Oktober haben eine Länge von 90 Minuten - für das Feiertagsprogramm am 3. Oktober gebe es eine längere Version mit 150 Minuten. Damit stärkt der Sender sein Show-Profil an dem Sendetag.

Im NDR lief die Show in den vergangenen Jahren unter dem ursprünglichen Titel «Dalli Dalli» und in einer Länge von 60 Minuten. ARD-Unterhaltskoordinator Thomas Schreiber hatte im August der Nachrichtenagentur dpa gesagt, die ARD habe «auf Bitten des ZDF» den Titel geändert. «Für die Ausstrahlung des Showkonzepts im ARD-Hauptprogramm hat sich das ZDF mit der ARD geeinigt, dass hierfür ein anderer Sendetitel als "Dalli Dalli" verwendet werden soll», erläuterte ein ZDF-Sprecher. Das erspielte Geld geht an die Hans-Rosenthal-Stiftung.

Programminfo auf ARD

Hans-Rosenthal-Stiftung

FAZ-Interview mit Gert Rosenthal

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen