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„Wetten, dass..?“-Ende : Gottschalk findet keine Worte

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Der ZDF-Klassiker ist bald Geschichte. Der langjährige Moderator von „Wetten, dass..?“ will „eine leichte Wehmut nicht leugnen“.

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2014 | 13:25 Uhr

Berlin | Thomas Gottschalk, von 1987 bis 1992 und 1994 bis 2011 in 151 Ausgaben die zentrale Figur der ZDF-Show „Wetten, dass..?“ wird nach eigenen Worten „mit Anfragen zum Ende von Wetten, dass..? überschüttet“. „Aus verständlichen Gründen“, wie er am Sonntag in einer E-Mail an die dpa schrieb. „Weder Häme noch Besserwisserei sind jetzt gefragt“, formulierte Gottschalk weiter. „Natürlich habe ich eine ganz besondere Verbindung zu Wetten, dass..? und kann eine leichte Wehmut nicht leugnen, finde aber im Moment keine rechten Worte, diese zitatfähig zu formulieren. Ich trauere, wie man so schön sagt, still. Und das will bei mir was heißen.“ 

Sonst habe er zu diesem Thema weder getwittert noch sich sonst irgendwo geäußert. Dem Nachrichtenportal „Spiegel Online“ hatte er in einem Telefonat am späten Samstagabend gesagt: „Dann hätte ich das Ding auch gleich selbst an die Wand fahren können.“ Der zitierte Satz sei dem „spontanen Schock geschuldet“, schrieb er am Sonntag. „Dabei möchte ich es nun aber belassen und mich zumindest in der ersten Erregung nicht weiter äußern“, so Gottschalk.

Am Samstagabend hatte Moderator Markus Lanz das Ende der Sendung nach 33 Jahren verkündet. Nach der Sommerpause folgen noch drei Sendungen. Dann ist Schluss. Lanz bedauert, dass der ZDF-Klassiker mit der Entwicklung der TV-Landschaft nicht mehr habe Schritt halten könnten. Die Show sei etwas, „was das deutsche Fernsehen eigentlich dringend braucht. Aber offenbar passt es im Moment wahrscheinlich nicht mehr so richtig in die Zeit. Die Zeit ist doch ein bisschen kalt geworden, vielleicht kann man's so sagen“, teilte der Moderator mit.

Dabei konnte Markus Lanz mit seiner viertletzten „Wetten, dass..?“-Ausgabe seinen Quoten-Sinkflug stoppen. 6,84 Millionen Zuschauer (23,1 Prozent Marktanteil) schalteten die ZDF-Show live aus Offenburg ein - eine Million mehr als die Februar-Sendung, die mit 5,85 Millionen Zuschauern noch den historischen Tiefpunkt in 33 Jahren „Wetten, dass..?“-Geschichte markiert hatte.

Lanz hat viel Spott und Hohn für einige linkische Aktionen im Verlauf seiner 13 Ausgaben seit Oktober 2012 einstecken müssen, doch nicht allein sein Auftreten ist verantwortlich für den Niedergang deutscher TV-Unterhaltung. Auch andere Sender müssen mittlerweile erkennen, dass ihre Shows nur noch selten über die 6-Millionen-Zuschauer-Marke springen - und wenn, besteht die Zuschauerschaft vorwiegend aus der reiferen Generation.

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