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Medien : Gaby Dohm: Von der Krankenschwester zur Klosterschwester

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Schwester Oberin Louise von Beilheim führt ein strenges Regiment - die Klosterschwester in der beliebten ARD-Serie «Um Himmels Willen» ist alles andere als mild und gütig. Eine Figur, die die Schauspielerin Gaby Dohm besonders gerne spielt.

Zurzeit steht Dohm für die neuen Folgen der Reihe vor der Kamera - weshalb sie auch keine Zeit hat für Interviews anlässlich ihres Geburtstages. Am Montag (23. September) wird Gaby Dohm 70. Im kollektiven Gedächtnis der Fernsehnation hat sich aber am deutlichsten eine ganz andere Rolle Dohms eingebrannt: die der sympathischen Schwester Christa aus der «Schwarzwaldklinik».

Gaby Dohms Terminkalender ist voll: Während sie noch für «Um Himmels Willen» vor der Kamera steht, lernt sie schon den Text für ihre Rolle im nächsten «Rosamunde Pilcher»-Streifen des ZDF. Und nach den Dreharbeiten in England fängt im November die Produktion für den ARD-Film «Eine schöne Bescherung» an, wie das Management von Dohm in München ausrichten lässt.

Die Rolle der Oberin gefällt der ehemaligen Klosterschülerin Dohm besonders, wie sie vor einigen Monaten in der «NDR Talk Show» verriet. Nicht nur wegen des schwierigen Charakters der Figur, sondern auch wegen der Kleidung: Die Oberin trägt Habit - Aussehen, Kostüm und Make-up seien «völlig wurscht», sagte Dohm. «Es geht nur um den Ausdruck im Gesicht.»

Privat spielt Glaube durchaus eine Rolle in ihrem Leben, wie sie kürzlich im Interview mit Nina Ruge im Bayerischen Fernsehen sagte. Zwar habe sie die Zeit in der Klosterschule nicht in bester Erinnerung und dadurch auch eine innere Distanz zur Institution Kirche aufgebaut, den Glauben jedoch nie verloren. «Ich gehe in die Kirche, ich bete und spende dann Kerzen.»

Als Tochter des Schauspielerpaares Heli Finkenzeller und Willi Dohm in Salzburg geboren, waren Gaby Dohm Theater und Film von Geburt an vertraut. Von Salzburg zog die Familie - der Vater starb, als Gaby fünf Jahre alt war - nach Berlin, wo sie mit ihrem Bruder aufwuchs. Nach der Schule hatte sie zunächst nicht vor, in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten. Kinderbuch-Illustratorin war der Beruf, von dem sie träumte. Doch weil sie für die Zeichenklasse an der Berliner Akademie zu jung war, wandte sie sich doch der Schauspielerei zu. Unterricht erteilte ihr die berühmte Lehrerin Elsa Bongers.

Nach ersten Rollen am Düsseldorfer Schauspielhaus wechselte Dohm 1966 ans Münchner Residenztheater, wo auch bald große Rollen folgten: die Natalja in «Drei Schwestern» von Anton Tschechow, die Marie in Georg Büchners «Woyzeck» oder 1974 das Gretchen in Goethes «Faust». Auch der berühmte schwedische Regisseur Ingmar Bergman vertraute der hübschen blonden Darstellerin tragende Rollen an - etwa in «Tartuffe» oder «Yvonne - Prinzessin von Burgund». Mit der «Schwarzwaldklinik» im ZDF wurde Dohm an der Seite von Klausjürgen Wussow ab 1985 schlagartig einem Millionenpublikum bekannt. Es war der Startschuss für ihre Fernsehkarriere.

«Grauenvoll» findet sie es allerdings, sich selbst im TV zu sehen. «Ich hasse es», sagte sie im NDR. Zwar schaue sie ihre Serien und Filme an, weil sie wissen will, was sie verbessern könne, jedoch komme sie sich selbst fremd vor. «Aber wenn ich dann eine Wiederholung der Schwarzwaldklinik sehe, denke ich: Das war ja doch ganz gut.»

Seit ihrer Zeit am Münchner Theater lebt die Schauspielerin in der bayerischen Landeshauptstadt. Einen angedachten Umzug nach Berlin hat sie dann doch bleiben lassen, wie sie sagte. In München habe sie einfach viele Freunde und Kollegen. Hier ist sie mit ihrem Lebensgefährten, dem Regisseur Peter Deutsch, zu Hause. Dohms Ehemann Adalbert Plica, mit dem sie freundschaftlich verbunden ist, wohnt in Niederbayern. Ihr gemeinsamer Sohn Julian Plica dagegen lebt mit seiner Frau und zwei kleinen Söhnen in Berlin - und dort ist Gaby Dohm gerne und regelmäßig zu Besuch. Sie mag es, mit den Kleinen zu spielen, zu backen und zuzuhören, was sie gelernt haben, wie Dohm im NDR verriet. Sie sei eine «geduldige Oma».

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erstellt am 23.Sep.2013 | 00:03 Uhr

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