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„Tote Mädchen lügen nicht“ : Experten warnen vor neuer Netflix-Serie

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Es geht um Cyber-Mobbing, Missbrauch und Suizid. Die explizite Darstellung dieser Themen wird stark kritisiert.

„Tote Mädchen lügen nicht“ (im Original: „13 reasons why“) ist eine neue, erfolgreiche Serie beim Streamingdienst Netflix. Die Serie, die vor ungefähr einem Monat angelaufen ist, gilt laut Experten aber auch als extrem gefährlich, denn die Themen sind keine leichten. Sie gehen von Suizid über Cyber-Mobbing zu sexuellem Missbrauch und könnten Nachahmer motivieren.

Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jay Asher aus dem Jahr 2007, der in den USA 57 Wochen lang auf der Bestsellerliste der New York Times stand. Die Geschichte dreht sich um den Selbstmord des jungen Mädchens Hannah Baker, das vor ihrem Tod Kassetten aufgenommen hat, auf denen sie die 13 Gründe für ihre Entscheidung erläutert.

Jeweils eine Seite widmet sie den jeweiligen Geschichten und den dazugehörigen Personen - darunter viele ihrer Mitschüler. Die Box mit den Kassetten werden von den betroffenenen Personen weitergereicht und so müssen sich die Teenager nach und nach mit Hannahs und ihren eigenen dunklen Geheimnissen auseinandersetzen. 

Es ist eine Geschichte, die viele Menschen zu fesseln scheint, aber die durch die explizite Darstellung der Taten auch viel Kritik erhält. Nicht nur Hannahs Suizid, sondern auch der sexuelle Missbrauch wird schonungslos gezeigt. In der Hintergund-Dokumentation „Die Geschichte dahinter“, die auch bei Netflix zu sehen ist, sprechen Schauspieler, Produzenten und Regiseure über diese bewusste Entscheidung.

Man wolle damit aufrichtig und ehrlich Bewusstsein schaffen, mit welchen Problemen Teenager zu kämpfen haben. Die zum Teil schockierenden Bilder sollen helfen, aufzuklären und vor Suizid und sexuellem Missbrauch zu warnen.  Außerdem wird ein Link eingeblendet, unter dem Betroffene Informationen zu Hilfsprogrammen erhalten können.

Zusätzlich wird vor einigen Folgen ein Warnhiweis eingeblendet, der sagt: „Die folgende Episode enthält Szenen, die manche Zuschauer verstörend empfinden können und/oder die für jüngere Zuschauer nicht geeignet sein können.“

Dennoch warnen Gesundheitsorganisationen und Experten, dass die Serie, anstatt abschreckend zu wirken, Menschen mit psychischen Problemen eher auf den Gedanken bringen könnte, Suizid zu begehen. Die Organisation Save, die sich für die Prävention vor Suizid einsetzt, hat sogar eine Liste mit Kernfragen zur Serie erstellt.

 

In der Liste geht es zum Beispiel darum, zu erklären, dass es sich um eine fiktive Geschichte handelt und dass es gesunde Wege gibt, um mit Problemen umzugehen. Hannahs Handlungen seien weder so heroisch noch so romantisch, wie sie in der Serie dargestellt werden. Zudem werden Tipps gegeben, wie man sich verhalten sollte, wenn man selbst Suizidgedanken hat oder jemanden kennt, der damit zu kämpfen hat.

Auch die Organisation „headspace“ warnt davor, dass die Serie gefährliche Inhalte zeigt und besonders bei Kindern und Jugendlichen zu Besorgnis eregenden Reaktionen führen könnte.

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erstellt am 27.Apr.2017 | 17:00 Uhr

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