Medien : Ein Schnitzel für alle

Plötzlich taucht im Casino Hilde (Astrid Meyerfeldt) auf, eine ehemalige Klassenkameradin von Günther (Armin Rohde). WDR/Martin Valentin Menke
Plötzlich taucht im Casino Hilde (Astrid Meyerfeldt) auf, eine ehemalige Klassenkameradin von Günther (Armin Rohde). WDR/Martin Valentin Menke

Glück - das ist der rote Faden der derzeit aktuellen ARD-Themenwoche. Um das Thema soll es auch im Mittwochsfilm «Ein Schnitzel für alle» gehen (20. November, 20.15 Uhr).

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20. November 2013, 00:07 Uhr

In der Ruhrgebietskomödie bedeutet Glück erstmal Geld - jedenfalls für den arbeitslosen Tierpfleger Günther (Armin Rohde) und den naiven Anlageberater Wolfgang (Ludger Pistor). Am Ende haben die beiden Chaoten schließlich mehr Glück als Geld. Okay, und auch ein paar Kröten mehr.

«Glück ist die Abwesenheit von Unglück», hat Schauspieler Armin Rohde der ARD gesagt und wahrscheinlich beschreibt dieser Satz den Charakter des Films «Ein Schnitzel für alle», in dem er die Hauptrolle spielt, ganz gut. Der speckige Tierpfleger Günther jedenfalls - der nichts lieber tun würde als Robben in Kanada retten, aber der Dame auf dem Arbeitsamt dazu nur ein müdes Lächeln entlocken kann - hat vor allem erstmal Pech: kein Job, keine Frau, keine gute Figur - und einen daueroptimistischen Freund. «Joggen kostet doch nix, da geht der Speck runter wie Butter», erklärt Wolfgang jedenfalls ungefragt.

Das mit dem Sport lässt Günther aber bleiben und lässt sich stattdessen den nächsten ungeliebten Job vom Arbeitsamt aufdrücken: Fahrerservice für drei Kinder mit Behinderung. Weil deren Mutter krank wird, entpuppt sich die Aufgabe als Ganztagsbetreuung. So steht Günther da schließlich mit dem Autisten Hans, mit Robert, der im Rollstuhl sitzt und mit Tina, die das Down-Syndrom hat. Dass das etwas turbulent werden könnte, merkt er nicht erst, als Robert ihm erklärt: «Wir sind zu dritt, und wir sind gut drauf.»

Günther ist also schon froh, wenn er es schafft, abends alle wieder heil am Küchentisch beim Schnitzel zu haben. Denn die Halbstarken machen ihr eigenes Ding: Tina liebt es, Brautkleider anzuprobieren, Robert daddelt in der Spielhalle, und Hans sagt gerne Zahlenreihen vorher - im Casino.

Genau da wittern der klamme Günther und der - nach der Pleite seiner Firma - gar nicht mehr dauergrinsende Wolfgang ihre Chance: Können sie mit Hilfe des zahlenverrückten Autisten den Jackpot knacken? «Weltmeere, Sonne, Strand», träumt Wolfgang schon, während Günther befindet: «Nie wieder Scheiße fressen, endlich Überbezahlung.»

Glücksspiel also gleich Glück? So einfach wird es natürlich nicht, doch die kurzweilige Komödie nimmt an Fahrt auf. Das liegt vor allem an dem ungleichen Chaoten-Duo Rohde und Pistor, die schon nach dem ersten Teil «Ein Schnitzel für drei» (2010) eine Fangemeinde hatten. Wo Rohde grummelt, grinst Pistor, und wo Pistor duscht, macht Rohde, nun ja, sein Geschäft.

Neben dem Ruhrpottlern macht die junge Bande den Film sehenswert: Anna Lange mimt die übermütige und lebensfrohe Tina genauso überzeugend wie Daniel Michel den lakonischen Rollstuhl-Fahrer Robert. Einzig Hans, der Autist, den Rick Okon spielt, wirkt überzeichnet und stellenweise fast als Karikatur eines Autisten.

Unterm Strich hat die ARD mit diesem Film (Regie: Manfred Stelzer) aber nichts falsch gemacht. Und Glück - für Fernsehmacher - ist ja auch, wenn der Zuschauer einen Mittwochsfilm mal zu Ende sehen möchte.

Infos zu «Ein Schitzel für alle»

ARD-Themenwoche «Glück»

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