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Medien : Ein Reich-Ranicki-Moment beim Comedypreis

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Ein echter Reich-Ranicki-Moment beim Comedypreis: Die Dschungelcamp-Moderatoren Sonja Zietlow (45) und Daniel Hartwich (35) haben ihre Trophäe am Dienstagabend stehen lassen.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2013 | 12:01 Uhr

Im ersten Jahr nach Dicki würde sich das «komisch» anfühlen, erklärte Zietlow bei der Aufzeichnung der Preisverleihung in Köln. Dirk Bach sei schließlich nie für seine Moderation geehrt worden. Hartwich schloss sich an: «Ich kann keinen Preis annehmen, den mein Vorgänger verdient gehabt hätte. Ich habe mich ins gemachte Nest gesetzt.»

Dennoch blieb RTL zunächst dabei, dass die beiden den Preis doch angenommen hätten, wenn auch traurig. Nochmal fragen konnte man sie nicht, da sie der Verleihung «aus Terminschwierigkeiten» nicht körperlich beiwohnten. Stattdessen meldeten sie sich nur in einem Einspielfilm zu Wort.

Auf jeden Fall ein echter Kracher für die normalerweise sehr berechenbare Gala. Natürlich werden sofort Erinnerungen an die Zurückweisung des Deutschen Fernsehpreises durch Marcel Reich-Ranicki 2008 wach. Dessen Kritik am «Blödsinn» des deutschen Fernsehens war allerdings wesentlich grundsätzlicher.

Von der einen Schrecksekunde abgesehen lief im Kölner Coloneum alles wie gehabt. Wer von wem welchen Preis bekam, war kaum zu überblicken, denn die Rollen wechselten ständig. Derjenige, der eben noch die Laudatio gehalten hatte, konnte im nächsten Moment schon selbst eine Auszeichnung erhalten - und umgekehrt. So empfing Carolin Kebekus den Preis für die beste Komikerin und übergab kurz darauf selbst den Preis für den besten Komiker an Olaf Schubert. Der wiederum ist Vorsitzender der Jury.

Irgendwie komisch? Soll es ja auch sein! Und außerdem bleibt doch alles in der Comedy-Familie. «Das ist der 8. Preis, den ich bekomme», bemerkte Mario Barth buchhalterisch, als er für den erfolgreichsten Live Act prämiert wurde. Martina Hill erhielt bereits zum vierten Mal die Auszeichnung als beste Schauspielerin. Dass der «Tatortreiniger» in der Kategorie «Beste Comedyserie» gegen «Pastewka» verlor, dürfte ebenso wenig ungeteilten Beifall finden wie der Ehrenpreis für Tom Gerhardt («Ballermann 6»).

Die Aufzeichnung der Show, die am Samstagabend um 22.15 Uhr bei RTL läuft, zog sich drei Stunden hin. Das war noch zivil. Vor ein paar Jahren konnte es einer der Zuschauer nach dreieinhalb Stunden nicht mehr aushalten und verließ vorzeitig das Studio. Dabei nahm er jedoch die falsche Tür: Als sie hinter ihm ins Schloss fiel, stellte er fest, dass sie auf der anderen Seite keine Klinke hatte.

Der Mann trommelte mit den Fäusten gegen Tür und Wände, trat dagegen, schrie um Hilfe. Sein Handy hatte er nicht mit dabei, da man das oft nicht mit ins Studio nehmen darf. So musste der Eingeschlossene nicht nur bis zum Ende der Gala ausharren, sondern auch noch für einen Großteil der After Party. Erst als viele Feiernde den Ort der Freude schon verlassen hatten und es stiller geworden war, wurde er endlich erhört und durfte unter Hohn und Spott der Comedians den Heimweg antreten. So straft der Comedygott jeden, der nicht bis zum Ende durchlachen will.

RTL zu abgelehntem Preis

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