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Medien : Die Selandia und der Tod von Rudolf Diesel

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Wenige Jahre vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges revolutionierte eine Erfindung die Schifffahrt: der Diesel-Motor. Das erste hochseetüchtige Schiff, das mit dem neuen und relativ preiswertem Antrieb ausgestattet war, war die dänische «MS Selandia».

Mit ihrem Bau waren drei Schicksale eng verknüpft, über die der Arte-Film «Die Selandia und der Tod von Rudolf Diesel» an diesem Samstag (20.15 Uhr) berichtet.

Das Dokudrama ist eine Mischung von Filmmaterial aus dem Archiv, nachgestellten Szenen, sogenannten Reenactments, und Gesprächen mit Historikern. Die «MS Selandia» lief 1912 in Kopenhagen bei der Werft Burmeister & Wain (B&W) vom Stapel, war 112 Meter lang und brachte es auf zwölf Knoten Geschwindigkeit. 1935 wurde sie nach Panama verkauft, zwei Mal umbenannt, bevor sie 1942 in Japan abgewrackt wurde.

Ihre Väter erlebten die Verschrottung des ersten Dieselschiffs nicht mehr. Zumindest um zwei von ihnen ranken sich über ihren Tod hinaus einige Mythen. Rudolf Christian Karl Diesel (1858-1913) kam ein Jahr nach der Geburtsstunde der «MS Selandia» bei der Überquerung des Ärmelkanals ums Leben. In England wollte der Konstrukteur und Ingenieur einen Kongress besuchen, wurde aber am Morgen nach der Ärmelkanal-Überfahrt nicht mehr in seiner Kabine angetroffen.

Erst zwei Wochen später wurden Überreste von ihm im Kanal gefunden. Anhand der Überreste wie Pastillendose und Portemonnaie konnte sein Sohn ihn identifizieren. Mord oder Selbstmord? Die Geschichtsschreibung lässt dies offen. Auf Augenzeugen habe er einen optimistischen Eindruck gemacht, ein gut 20 Jahre später veröffentlichter Artikel berichtete davon, dass er kurz vor der Englandreise einen sehr traurigen Brief an seine Frau geschrieben haben soll. Die Geschäfte in England liefen damals schlecht.

Ivar Knudsen, 1861 geboren, war Ingenieur und ab 1895 technischer Direktor der Werft des dänischen Unternehmens Burmeister & Wain. Nach seiner Begegnung mit Diesel war er die treibende Kraft, dass die Firma B&W mit der Produktion von Dieselmotoren begann. Auch sein Tod im Jahr 1920 wurde nie geklärt: Knudsen kam während einer Indienreise unter mysteriösen Umständen ums Leben. Der dänische Großindustrielle Hans Niels Andersen (1852-1937) dagegen, der mit Diesel und Knudsen zusammenarbeitete und die Dieselmotorenausstattung weltweit voranbrachte, starb betagt mit 85 Jahren.

Die Dokumentation, so kündigt Arte an, beleuchtet besonders die Umstände von Knudsens und Diesels Tod.

Arte Seite

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erstellt am 26.Okt.2013 | 00:07 Uhr

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