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Fernsehen

12. Dezember 2017 | 15:55 Uhr

Medien : Der Meineidbauer

vom

Ludwig Anzengrubers Volksstück «Der Meineidbauer», 1871 im Theater an der Wien uraufgeführt, wurde bereits ein halbes Dutzend Mal verfilmt. Schon O. W. Fischer brillierte 1941 in der Rolle des leidenschaftlichen Bauernsohnes Franz.

shz.de von
erstellt am 27.Sep.2013 | 00:07 Uhr

Die blutjunge Christiane Hörbiger stand 1956 mit Hans von Borsody in einer weiteren Version als Liebespaar vor der Kamera.

Nun hat Regisseur Joseph Vilsmaier das zeitlose Drama um moralische Verfehlungen, Schuld und Sühne wiederaufleben lassen - die ARD zeigt die Geschichte an diesem Freitag (20.15 Uhr). Vilsmaier baute noch einen Gastauftritt von Hans von Borsody (84) als «Kräutersepp» ein. Borsodys jahrelanger Wunsch war es, mal mit Tochter Suzanne vor der Kamera zu stehen.

«Ich bin ja nicht mit meinem Vater aufgewachsen. Als meine Eltern sich getrennt haben, war ich vier Jahr alt, und man hat sich eben nicht mehr oft gesehen», sagt Suzanne von Borsody (56) über das Familientreffen vor der Kamera. «So hatten wir Zeit, gemeinsam die wunderbare Natur in Osttirol zu genießen und auch viel miteinander zu reden.»

Als kleines i-Tüpfelchen brachte die Produktion noch Vilsmaiers Tochter Josefina (20) als Suzanne von Borsodys heranreifenden Teenager im Film unter - ein großes Miteinander vor der imposanten Kulisse der Osttiroler Alpen.

Gerade noch fiebert die allein erziehende Magd Anna (Suzanne von Borsody, ganz zünftig mit Zopffrisur und Tracht) ihrer Ehe mit dem vermögenden Bauer Karl (Miguel Herz-Kestranek) entgegen, da wird die zukünftige Bäuerin mitten in den Hochzeitsvorbereitungen jäh aus ihren Träumen gerissen. Ihr Mann ist plötzlich bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

Für Anna bricht eine Welt zusammen, und es entwickelt sich ein erbitterter Erbschaftsstreit. Denn Anna ist sich sicher, dass Karl ihr den Anteil am Hof überschrieben hat und sein Stiefbruder Franz (Günther Maria Halmer) dessen letzten Willen hat verschwinden lassen. Franz schwört dagegen vor Gericht, dass es kein Testament gibt. Er beschuldigt die Magd als gierige Erbschleicherin und jagt die mittellose Frau vom Hof.

Doch Anna will Gerechtigkeit und ist sich sicher: «Was die Gerechten begehren, werden sie bekommen. Was die Gottlosen fürchten, das wird ihnen begegnen.» Zwölf Jahre später kehrt sie überraschend nach Virgen zurück – eigentlich nur, um ihre Tochter Marie (Josefina Vilsmaier) zu holen. Doch der Ort weckt schmerzliche Erinnerungen. Sie fasst den Entschluss, Franz nach all den Jahren zur Rechenschaft zu ziehen und setzt alles daran, ihn des Meineids zu überführen.

Vilsmaier inszenierte an Originalschauplätzen in Osttirol ein zeitgemäßes, aufregendes Familiendrama mit Tiefgang. Herausragend: Günther Marie Halmer als selbstherrlicher, skrupelloser Großbauer, der mit allen Mitteln für seine Interessen kämpft. Suzanne von Borsody überzeugt als seine starke Kontrahentin und unerschütterliche Gerechtigkeitskämpferin. «Wie Anna finde ich, dass Neid und Gier zur Recht Todsünden sind,» identifiziert sich die Schauspielerin mit ihrer Rolle. «Bei Ungerechtigkeiten werde auch ich zur Löwin.»

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