Medien : Dallas. Ein Tag

Der 35. Präsident der USA, John F. Kennedy, fiel am 22. November 1963 in Dallas einem Anschlag zum Opfer. Cecil Stoughton/dpa
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Der 35. Präsident der USA, John F. Kennedy, fiel am 22. November 1963 in Dallas einem Anschlag zum Opfer. Cecil Stoughton/dpa

Die Bilder sind heute noch so gegenwärtig, als hätten sich die Ereignisse erst gestern zugetragen: John F. Kennedy, in der Mitte seines Lebens stehend, verkündet in Berlin unter dem Eindruck des Mauerbaus im Juni 1963 unter dem Jubel der Massen: «Ich bin ein Berliner».

shz.de von
19. November 2013, 00:07 Uhr

Am 22. November beginnt für den US-Präsidenten die letzte Fahrt, die sich jetzt zum 50. Mal jährt: Der TV-Autor Patrick Jeudy berichtet für den deutsch-französischen Kultursender Arte in einer 84 Minuten langen Dokumentation an diesem Dienstag ab 20.15 Uhr über «Dallas. Ein Tag».

Jeudy rekonstruiert in seinem Film die letzten Momente des 46-jährigen Spitzenpolitikers, der gegen halb zwölf Uhr am späten Vormittag mit seiner Air Force One auf dem Militärflughafen in Texas landete. In Begleitung seiner 34-jährigen Frau Jacqueline setzte er sich zusammen mit dem Gouverneur und dessen Frau in eine offene Limousine. Kennedy selbst hatte zuvor angewiesen, das Dach des Fahrzeugs abzunehmen. Auf dem Weg über die Dealey Plaza fielen die tödlichen Schüsse. Jede Hilfe kam für den Präsidenten zu spät.

Noch am selben Tag wurde ein Verdächtiger festgenommen: Der 24-jährige Lee Harvey Oswald sollte zwei Tage später ins Staatsgefängnis von Dallas transportiert werden. Doch so weit kam es nicht. Der Nachtclubbesitzer Jack Ruby erschoss Oswald, noch bevor es zu einer Anklage gegen den mutmaßlichen Täter hätte kommen können. Die Trauerfeier Kennedys auf dem Nationalfriedhof Arlington wurde zu einem Massenereignis - rund eine Million Menschen, darunter auch seine 98-jährige Großmutter, gaben Kennedy das letzte Geleit.

Um 21.40 Uhr setzt Arte den Kennedy-Abend mit einem Porträt über dessen Nachfolger, Lyndon B. Johnson (1908-1973), fort, der als einer der erfolgreichsten in die US-Geschichte eingehen sollte. Johnson, unter Kennedy Vizepräsident, wurde noch am Tag von dessen Ermordung in der Air Force One vereidigt. Er hatte die Dinge selber in die Hand genommen und sich von einer schnell herbeigerufenen texanischen Richterin vereidigen lassen.

Johnson machte sich sofort stark für das US-Weltraumprogramm, reiste nach West-Berlin und brachte durch geschicktes Taktieren die Bürgerrechtsgesetze und Sozialprogramme auf den Weg, die diskriminierten Schwarzen den Zugang zu Bildungs- und Berufswegen ermöglichten, der ihnen vorher verwehrt worden war. Der Lohn dafür: Die Präsidentschaftswahl 1964 gewann der Demokrat Johnson klar gegen den republikanischen Kandidaten Barry Goldwater - 61 Prozent bedeuten den bislang höchsten Wahlsieg in der US-Geschichte.

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