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Fernsehen

21. August 2017 | 01:41 Uhr

Fernsehen : Aufschneider

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Der österreichische Kabarettist und Schauspieler Josef Hader ist auch hierzulande kein Unbekannter - 2009 erhielt er den Deutschen Fernsehpreis. Der TV-Zweiteiler «Der Aufschneider» (BR 22 Uhr) mit Hader als Pathologen ist ein Glanzstück in seiner Biografie.

Hermann Fuhrmann schnippelt mit der einen Hand an den Leichen herum, mit der anderen hält er gewöhnlich eine Kippe zwischen den Fingern oder genehmigt sich ein Viertel Roten. Fuhrmann ist von Beruf Pathologe am Margaretenspital in Wien und reichlich desillusioniert. Seine Umwelt fühlt sich von ihm schikaniert, sie wird es auch, und abends lässt er sich von der Taxe in seine baufällige Gartenlaube kutschieren, in der er sich erstmal einen langen Schluck aus der Schnapspulle gönnt.

Fuhrmann ist «Der Aufschneider», ein Fernsehstück in zwei Teilen, made in Austria. Schwarz, bissig und böse, so richtig schön österreichisch. Der Dialekt ist gewöhnungsbedürftig: Um alles zu verstehen, wird gelegentlich mit Untertiteln gearbeitet. Allein die Begriffe «Hoit die Pappen!» (Halt den Mund) oder «deppert» tauchen gefühlt 50 Mal auf - allein schon deswegen würde der schräge Film nie Eingang in die Hauptprogramme von ARD oder ZDF finden

Seinen Antrieb bezieht Fuhrmann, gespielt von dem 50-jährigen österreichischen Kabarettisten und Schauspieler Josef Hader, aus seinen Feindbildern. Ganz oben in der Hitliste steht dabei Dr. Böck (Oliver Baier), ein schnöseliger Emporkömmling und Chirurg im BMW-Cabriolet. Im Krankenhaus-Kreisverkehr kollidieren beide miteinander, aber auch privat: Denn Fuhrmanns Ex-Frau Karin (Ursula Strauss) hat sich ausgerechnet vom Erzfeind verführen lassen und erwartet sogar ein Kind von diesem fürchterlichen Kerl.

Fuhrmann setzt alles auf seine Karte, um dem Böck die Ex wieder auszuspannen. Er erfindet eine neue Geliebte in seinem Leben. Das wird ausgerechnet seine Kollegin Dr. Wehninger (Pia Hierzegger) - sie muss Fuhrmann zu einem Abendessen zu viert mit Karin und Böck begleiten. Der gewünschte Effekt bleibt aus, im Gegenteil die Situation eskaliert, als Fuhrmanns 18-jährige Tochter auftaucht und damit herumprahlt, dass sie ein Verhältnis mit Fuhrmanns neuen Assistenzarzt hat. Der Pathologe sieht rot!

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erstellt am 28.Sep.2013 | 00:07 Uhr

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