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Medien : ARD und ZDF setzen auf DVB-T2

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ARD und ZDF wollen die Zukunft des digitalen Antennenfernsehens in Deutschland sichern. Die Öffentlich-Rechtlichen stellen deshalb ihr terrestrisch ausgestrahltes TV-Angebot (DVB-T) vom Jahr 2017 an auf die nächste Generation um.

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2013 | 10:37 Uhr

Mehrere Millionen Zuschauer werden dann über DVB-T2 dank HD-Technik (High Definition) ein deutlich schärferes Bild empfangen können. Sie müssen sich dafür allerdings auch bis zum Jahr 2020 neue Receiver zulegen.

«Wir hoffen, dass die anderen Marktteilnehmer, das ZDF, ProSieben, Sat.1, sich ähnlich aussprechen», sagte der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz Marmor am Mittwoch nach der Intendantensitzung in Bremen. Die Umstellung bei seinem Senderverbund werde bis 2020 dauern. «Ohne den Umstieg, glauben wir, hätte die Terrestrik keinerlei Zukunft.» Auch das ZDF kündigte am Mittwoch die Umstellung an. Die Mediengruppe RTL hatte im Juli verkündet, dass sie die terrestrische Verbreitung bis Ende 2014 bundesweit einstellt.

DVB-T (Digital Video Broadcasting-Terrestrial) bezeichnet den Verbreitungsweg von Fernsehprogrammen, die über eine Zimmer- oder Dachantenne digital empfangen werden können. DVB-T2 ist die technische Weiterentwicklung von DVB-T.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen begrüßte die Ankündigung der ARD. Sie bedeute auch die Einführung von HD-Technik, sagte Vorstand Klaus Müller. Das Antennenfernsehen werde «quantitativ und qualitativ auf eine neue Stufe gestellt. Ein «Wermutstropfen» sei: «Der Umstieg, der in den Jahren 2017 bis 2020 erfolgen soll, wird mit der Neuanschaffung von Digitalreceivern im DVB-T2-Standard verbunden sein. Davon betroffen sind bundesweit mindestens gut zwei Millionen DVB-T-Haushalte, die das Antennenfernsehen als einzigen Empfangsweg nutzen sowie rund weitere zwei Millionen Haushalte, in denen der terrestrische Empfang an Zweitgeräten genutzt wird.»

Die ARD will außerdem ihre Arbeit transparenter machen. «Wir haben begriffen, dass wir uns auch selber der Öffentlichkeit vermehrt stellen müssen», sagte der NDR-Rundfunkrats-Vorsitzende Uwe Grund. Der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant, Lutz Marmor, verwies auf gemeinsame Leitlinien, die mit der Produzentenallianz vereinbart wurden. Um Korruption vorzubeugen, hätten beide Seiten vereinbart, sich bei Verdachtsmomenten zu informieren.

Um die Zukunft der beiden kleinsten Sender (Radio Bremen und der Saarländische Rundfunk) zu sichern, verständigten sich die ARD-Intendanten auf eine Neuordnung ihres Finanzausgleichs. Ein Modell, dem die zuständigen Gremien noch zustimmen müssen, sieht unter anderem vor, dass die fünf großen ARD-Sender dem RB und dem SR für 2015 und 2016 je 5 Millionen Euro pro Jahr an freiwilligen Ausgleichsleistungen zahlen.

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