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Brände : Familie stirbt bei Feuer in ihrem zwangsversteigerten Haus

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Wohl aus Verzweiflung über finanzielle Probleme hat eine dreiköpfige Familie in Niedersachsen ihr Haus angezündet und dabei den Tod gefunden.

«Wir gehen von einem Suizid aus. Wir haben keine Erkenntnisse, die auf eine andere Ursache deuten», sagte Polizeisprecher Mathias Kutzner am Donnerstag. Bei dem Feuer in Wiefelstede kamen in der Nacht ein 42-Jähriger, seine 46 Jahre alte Frau und ihre 6 Jahre alte Tochter ums Leben.

Die Ermittler haben Hinweise darauf, dass Geldprobleme und die Zwangsversteigerung des Hauses am Mittwoch die Familie stark belasteten. Kutzner bezog sich auf einen im Haus gefundenen Brief und Internet-Einträge. Als das Feuer ausbrach, waren alle drei den Ermittlungen zufolge noch am Leben. Sie starben nach einer lauten Explosion in den Flammen. Völlig unklar war, ob die Eltern die Verzweiflungstat gemeinsam geplant hatten oder ein Elternteil den Rest der Familie mit in den Tod riss.

Qualm stieg am Donnerstag aus der Brandruine, in einer Wand des Klinkerhauses klaffte ein großes Loch. Aus den verkohlten Trümmern des Wohnhauses bei Oldenburg bargen Feuerwehrleute die drei Leichen.

Gegen 2.15 Uhr hatte die Zeitungsausträgerin Anke Addicks einen lauten Knall gehört: «Ich habe mich richtig erschrocken, sonst ist es hier totenstill.» Anwohner berichteten von einer Verpuffung. Ein direkter Nachbar alarmierte die Feuerwehr und versuchte noch, in das brennende Haus zu gelangen. Doch die Hitze war zu groß: Hilflos sah der Mann mit an, wie die Flammen hoch aus dem Dachstuhl schlugen und Fensterscheiben zerbarsten.

Das Wohngebiet am Stadtrand von Oldenburg ist noch keine 20 Jahre alt, schmucke Einfamilienhäuschen mit gepflegten Gärten prägen das Bild. Nur der Garten des Brandhauses ist etwas verwildert, auf dem Rasen steht ein angekohltes Trampolin, dahinter das völlig zerstörte Haus mit rußgeschwärzten Fensterhöhlen und offenem Dachstuhl. Als zwei Leichenwagen vorfuhren, blickten Nachbarn erschüttert hinüber. Sie glauben an eine Familientragödie.

«Das Ehepaar hatte riesiges Pech. Es war hoch verschuldet, nachdem der Bauträger, ein Freund der Familie, insolvent wurde», sagte eine Bewohnerin in der Straße. So habe das Ehepaar nur behelfsmäßig in dem Haus gewohnt, das innen und außen noch nicht komplett ausgebaut war. «Der Vater war berufstätig und hat sich liebevoll um die Familie gekümmert», sagte Addicks.

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erstellt am 17.Okt.2013 | 11:57 Uhr

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