Brandenburg und Sachsen : AfD bei Europawahl 2019 im Osten stark: Omen für die Landtagswahlen?

Jörg Meuthen (M), AfD-Spitzenkandidat für die Europawahl 2019, konnte für seine Partei vor allem im Osten Erfolge verbuchen.
Jörg Meuthen (M), AfD-Spitzenkandidat für die Europawahl 2019, konnte für seine Partei vor allem im Osten Erfolge verbuchen.

In Ostdeutschland verbucht die AfD starke Gewinne und könnte in Sachsen und Brandenburg stärkste Kraft werden.

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27. Mai 2019, 06:34 Uhr

Berlin | Bei den Europawahlen ist die AfD in Sachsen und Brandenburg stärkste Kraft geworden. Nach dem vorläufigen Ergebnis lag die rechtspopulistische Partei in Sachsen bei 25,3 Prozent – die im Land regierende CDU kam mit 23 Prozent erst an zweiter Stelle. In Brandenburg kam die AfD auf 19,9 Prozent, vor der CDU mit 18 Prozent. In den anderen ostdeutschen Bundesländern kam die AfD jeweils auf Platz zwei. Auf Platz drei folgte in Sachsen die Linkspartei mit 11,7 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 10,3 Prozent. Die SPD lag mit 8,6 Prozent auf Platz fünf vor der FDP mit 4,7 Prozent. (Weiterlesen: Europawahl 2019: "Hohe Wahlbeteiligung hat der AfD geschadet")

Wahlergebnisse im Osten

Die in Brandenburg regierende SPD lag mit 17,2 Prozent nur an dritter Stelle. Die führende AfD hat ihr Ergebnis bei der Europawahl von 2014, als sie erstmals antrat, mehr als verdoppelt. Grüne und Linke teilen sich mit jeweils 12,3 Prozent den vierten Platz, die FDP kam auf 4,4 Prozent.

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In Thüringen blieb die CDU bei der Europawahl landesweit vor der AfD stärkste Partei. Die Christdemokraten lagen bei 24,7 Prozent. Die AfD kam auf 22,5 Prozent und konnte ihr Wahlergebnis im Vergleich zur Europawahl 2014 etwa verdreifachen.

In Sachsen-Anhalt war die CDU mit 23,2 Prozent stärkste Partei vor der AfD mit 20,4 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern erhielt die CDU 24,5 Prozent, gefolgt von der AfD mit 17,7 Prozent.

Landtagswahlen im Spätsommer

In Brandenburg, Sachsen und Thüringen gelten die Europawahl und auch die Kommunalwahlen vom Sonntag als wichtiger Stimmungstest vor den Landtagswahlen im Spätsommer und im Herbst. Im schwarz-rot regierten Sachsen und im rot-rot regierten Brandenburg werden am 1. September neue Landtage gewählt, in Thüringen mit seiner rot-rot-grünen Koalition steht die Wahl am 27. Oktober an. In allen drei Ländern kann die AfD deutliche Zugewinne erwarten. Die derzeitigen Regierungen haben aktuell keine Mehrheit.

In Sachsen stand auch die Oberbürgermeisterwahl in Görlitz, der Heimat von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), im Fokus. Laut vorläufigem Ergebnis erhielt der AfD-Kandidat Sebastian Wippel 36,4 Prozent der Wählerstimmen, der CDU-Bewerber Octavian Ursu kam auf 30,3 Prozent. Im Juni steht nun eine Stichwahl an.

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