Gewerkschaft Verdi : EU-Auflagen gegen HSH bestrafen die Beschäftigten

"Beamte aus Brüssel entscheiden, dass Menschen ihren Job verlieren", heißt es von Verdi zu den Stellenstreichungen bei der HSH Nordbank.

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26. August 2011, 10:42 Uhr

Die Auflagen der EU-Kommission gegen die HSH Nordbank richten sich nach Ansicht der Gewerkschaft Verdi einseitig gegen die Beschäftigten. "Der Kompromiss der Politik rettet das Unternehmen und die Investitionen der Eigentümer auf dem Rücken der Belegschaft", sagte am Freitag Berthold Bose, Landesfachbereichsleiter Finanzdienstleistungen bei Verdi Hamburg. Die Bank hatte am Donnerstag erklärt, sie müsse 900 Stellen zusätzlich abbauen, um die Vorgaben der EU-Kommission umzusetzen.
Das sei eine Zumutung für die Beschäftigten, sagte Bose. Die Gewerkschaft erkennt in ihrer Stellungnahme allerdings an, dass Vorstand und Aufsichtsrat den Vorgaben aus Brüssel zustimmen mussten, um das sichere Aus der HSH Nordbank abzuwenden.
"Hier wird von Beamten aus Brüssel entschieden, dass die Kolleginnen und Kollegen den Job verlieren, obwohl ein alternatives tragfähiges Modell vorlag, das die Eigentümer unterstützten", sagte Bose. Es werde mit zweierlei Maß gemessen. Andere EU-Länder und auch Banken hätten in vergleichbaren Fällen wesentlich mehr Entgegenkommen erhalten. "Wir erwarten nun vom Vorstand der Bank unverzügliche und detaillierte Informationen über die Umstrukturierungspläne und Verhandlungen über einen Sozialplan, der den Namen auch zu Recht trägt", forderte Bose.

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