Deutsche Handballer : Erste Niederlage nach dramatischem Ende

Der Titelverteidiger unterlag am Sonntag in Zadar Norwegen mit in einem hartumkämpften und am Ende dramatischen Spiel mit 24:25 (12:12). Foto: dpa
Der Titelverteidiger unterlag am Sonntag in Zadar Norwegen mit in einem hartumkämpften und am Ende dramatischen Spiel mit 24:25 (12:12). Foto: dpa

Trotz eines unglaublichen Kraftakts haben die deutschen Handballer ihren ersten Matchball vergeben. Nach der ersten Niederlage im WM-Turnier muss das Team nun auch auf Kapitän Michael Kraus verzichten.

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26. Januar 2009, 11:39 Uhr

Der Titelverteidiger unterlag am Sonntag in Zadar Norwegen mit in einem hartumkämpften und am Ende dramatischen Spiel mit 24:25 (12:12). Am Dienstag kommt es damit gegen Europameister Dänemark zum entscheidenden Spiel um die Qualifikation für die Runde der besten Vier.
Einen Tag nach dem 35:35 gegen Serbien vertraute Bundestrainer Heiner Brand wie erwartet dem gerade 24 Jahre alten Magdeburger Torhüter Silvio Heinevetter. Der erst am Freitag offiziell für das WM-Aufgebot nominierte Schlussmann kam für Carsten Lichtlein ins Team und gehörte zur Startformation. Der Magdeburger feierte ein starkes WM-Debüt und parierte teilweise spektakulär 45 Prozent der Würfe der Norweger. "Es hat micht nicht gewundert, dass Heiner Brand Heinevetter nominiert hat, weil er im postiven Sinne ein verrückter Hund ist", sagte Strombach.
Verletzungspech für die deutsche Mannschaft
Dank Heinevetter blieb die deutsche Mannschaft im Spiel. Von Beginn an lief der Titelverteidiger einem Rückstand hinterher. Den glich zwar Pascal Hens beim 3:3 (8.) erstmals aus. Doch reichte es während der gesamten ersten 30 Minuten nicht einmal zur Führung, zumal Hens nach 18 Minuten auch noch mit einer Verhärtung im linken Oberschenkel vom Platz musste und durch den weniger dynamischen Lars Kaufmann ersetzt wurde. Doch der Lemgoer sorgte kurz vor Ende der ersten Halbzeit nach 10:12-Rückstand (28.) noch für den wichtigen Ausgleich zur Pause.
Nach Wiederanpfiff erzielte Sebastian Preiß mit dem 14:13 (33.) die erste deutsche Führung, ehe der am Vortag völlig indiponierte Christian Schöne und Kaufmann sogar auf 16:13 (36.) erhöhten. Norwegen aber drehte das Spiel wieder. Doch kurz vor dem 19:19 (45.) ereilte die deutsche Mannschaft erneut das obligatorische Verletzungspech: Der Kapitän der deutschen Auswahl Michael Kraus.hatte bei der Niederlage in der Hauptrunde gegen Norwegen (24:25) einen Außenbandriss im Sprunggelenk erlitten und musste 16 Minuten vor dem Ende verletzt vom Platz getragen werden. Kraus fällt mehrere Wochen aus. Der 25 Jahre alte Spielmacher des TBV Lemgo ist bereits in die Heimat zurückgekehrt.
Rabenschwarzer Tag für beide Torhüter
In einer Trotzreaktion peitschten sich die deutschen Spieler weiter an, kamen nach zwei Glandorf-Toren zum 20:19 (46.) und verkrafteten auch die Rote Karte gegen Jens Tiedtke (49.) wegen eines Ellenbogenchecks.
Im Spiel gegen die Serben zum Hauptrunden-Auftakt hatte die deutsche Mannschaft ihre schwächste Turnierleistung geboten, nach einem Sechs-Tore-Rückstand aber noch ein 35:35 erkämpft und damit die Grundlage für den vorzeitigen Halbfinal-Einzug gelegt. "Es gibt Tage, wo Körper und Geist nicht richtig mitmachen wollen. Sowas passiert. Das war bei uns komplett der Fall. Aber ich mache der Mannschaft keinen Vorwurf. Wenn man so ein Spiel noch gewinnt, gibt es keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen", sagte der Bundestrainer.
Beide Torhüter hatten einen rabenschwarzen Tag erwischt und hielten kaum einen Ball. Schöne, in den Spielen zuvor sicherer Torschütze, traf bei 13 Versuchen nur einmal. "Am Ende hat er mir schon leid getan", gestand Brand.

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