Fleischkonsum in Dänemark : Ernährung der Zukunft: Minister Larsen liebäugelt mit Insekten und Mehlwürmern

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Esben Lunde Larsen steht noch im Regen mit seiner Nahrungs-Vision.

Die Europäer werden ihre Essgewohnheiten in Zukunft drastisch ändern müssen. Insekten wären die Lösung gegen den drohenden Proteinmangel, meint der dänische Minister Larsen.

shz.de von
29. August 2016, 13:27 Uhr

Geht es nach dem Dafürhalten des dänischen Umwelt- und Lebensmittelministers Esben Lunde Larsen, garnieren wir unseren Salat in Zukunft mit Grashüpfern und unsere Suppen mit Mehlwürmern. Das werde vielleicht notwendig werden, um die Versorgungs-Herausforderungen einer weltweit steigenden Mittelklasse bewältigen zu können, so der studierte Theologe von der rechtsliberalen Partei Venstre.

Bloß mit Bio-Fleisch aus heimischer Produktion lässt sich die Nachfrage nach Fleisch nicht decken. In Asien, Afrika und Südamerika existiert bereits eine große Anzahl an Insektenfarmen. Der finanzielle Aufwand ist gering, der Ertrag groß.


Weil die Nachfrage nach Fleisch stetig ansteigt und alternative Proteinquellen gefunden werden müssen, steigt in Europa das Interesse für eine industrielle Insektenproduktion. Im vergangenen Jahr wurde in Dänemark die erste Insektenfarm gegründet. Am Montag machte sich der Minister dann bei einem Besuch erstmals selbst ein Bild von dem Potenzial der Krabbler als Lebens- und Futtermittel. „In anderen Teilen der Welt werden Insekten sowohl als Futter für Tiere, als auch als Lebensmittel für Menschen genutzt. In Europa gibt es dafür keine Tradition, aber es mangelt an Proteinen, und Insekten könnten die Lösung sein, nach der wir suchen“, so der Lebensmittelminister.

<p>„Insekten-Burger“ eines Bremer Start-Ups. Das Burgerfleisch besteht zu rund fünfzig Prozent aus Buffalo-Würmern (Getreideschimmelkäferlarven).</p>
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„Insekten-Burger“ eines Bremer Start-Ups. Das Burgerfleisch besteht zu rund fünfzig Prozent aus Buffalo-Würmern (Getreideschimmelkäferlarven).

Bereits 2013 stellte ein UN-Bericht fest, dass Hungersnöte gesenkt werden könnten, wenn damit begonnen werden würde, Wespen, Käfer oder Grillen auf den Speiseplan zu nehmen. Rund zehn Prozent der Weltbevölkerung essen bereits Insekten. „Wir sind sehr an den Möglichkeiten interessiert, die in Insekten als Lebensmittel liegen. Insektenfarmen können künftig einen interessanten Beitrag in der dänischen Landwirtschaft leisten“, sagt Lunde Larsen. Erste Versuche mit Insekten im Warensortiment hat es in einigen Coop-Supermärkten bereits gegeben. Da die Produkte von den Kunden allerdings nicht angenommen wurden, verschwanden sie nach kurzer Zeit wieder aus den Regalen.

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