Menschenverachtende Aktion : Entsetzen in Spanien: Touristen bezahlen Obdachlosen für Stirn-Tattoo

Mittlerweile ist eine Spendenaktion ins Leben gerufen worden. Screenshot: gofundme.com
Mittlerweile ist eine Spendenaktion ins Leben gerufen worden. Screenshot: gofundme.com

Wegen zu großer Schmerzen musste die Tätowierung des Mannes vorzeitig abgebrochen werden. Jetzt ermittelt die Polizei.

shz.de von
01. August 2018, 14:05 Uhr

Benidorm | Teilnehmer eines Junggesellenabschied an der Costa Blanca haben einem Obdachlosen 100 Euro dafür bezahlt, sich Namen und Anschrift des Bräutigams auf die Stirn tätowieren zu lassen.

Das Tattoo-Studio in der Touristenhochburg Benidorm stellte anschließend ein Foto des gequält in die Kamera schauenden Mannes ins Netz. Wegen zu großer Schmerzen beim Stechen sei die Tätowierung vorzeitig abgebrochen worden, berichteten spanische und britische Medien.

Die Präsidentin der Vereinigung britischer Geschäftsleute in Benidorm, Karen Maling Cowles, reagierte geschockt. "Unsere Gemeinschaft hier ist angewidert, und viele Touristen sind es auch. Es ist schrecklich, die Situation eines wehrlosen Menschen auszunutzen", sagte sie dem britischen "Guardian".

Briten rufen Spendenaktion ins Leben

Die spanische Polizei habe Ermittlungen eingeleitet, teilten die örtlichen Behörden mit. Mittlerweile habe die Vereinigung der Briten eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um dem 34-jährigen Polen zu helfen, sich die Tätowierung weglasern zu lassen und seine Lebensumstände im Allgemeinen zu verbessern, berichtete die spanische Zeitung "ABC" am Mittwoch. Bis zum Mittwoch kamen auf der Webseite "gofundme" schon mehr als 1700 Euro zusammen, begleitet von vielen Kommentaren, in denen Menschen aus aller Welt dem Mann ihr Mitgefühl aussprachen.

"Lieber Tomek, ich hoffe, dass meine Spende dazu beiträgt, dass Du überwinden kannst, was diese herzlosen Menschen Dir angetan haben", schrieb ein Spanier. Auf Deutsch war zu lesen: "Ich hoffe, die Summe kommt schnell zusammen, damit der Obdachlose nicht weiter so gedemütigt herumlaufen muss." Ein Brite schrieb: "Diese Männer repräsentieren nicht Großbritannien." Mehrere Tattoo-Studios boten sich an, dem Polen bei der Entfernung des in seine Stirn tätowierten Namens "Jamie Blake" zu helfen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen