Lesestoff : Ein paar nette Geschichten

Kay Müller und Martin Schulte empfehlen Lesestoff zum Wochenende. Heute in aller Kürze durchwachsene Erinnerungen von Lars Gustafsson.

shz.de von
11. Juni 2009, 04:09 Uhr

Er gehört zu den bedeutensten schwedischen Schriftstellern. Jetzt hat Lars Gustafsson, der selbst seit Jahren in den USA lebt, einen Sprung in die eigene Vergangenheit gewagt. In „Frau Sorgedahls schöne weiße Arme“ beschreibt er einen Philosophieprofessor, der seine Gedanken in seine Jugendjahre in Västmanland zurückwandelt und sich dort eben an jene Frau Sorgedahl erinnert. Gustafssons Sprache ist gewohnt treffsicher und einfach schön zu lesen.
Doch wie so häufig läuft ihm die Handlung aus dem Ruder. Er reiht einige Details aneinander, es gibt nette Szenen und schöne Bonmots aus dem Schweden der 50er Jahre. Aber es ist eben kein Roman mit einer schlüssigen Geschichte oder gar einem spannenden Erzählstrang, den der Schwede hier erzählt. Es gelingt ihm an einigen Stellen, eine gewisse Handlung voranzutreiben, weil er sprachlich die Mittel dazu hat. Erzählerisch aber eben nicht. Schade. Denn so sind in seinem neuesten Buch eben ein paar nette Geschichten. Mehr aber auch nicht.
Lars Gustafsson: Frau Sorgedahls schöne weiße Arme, Hanser, ISBN-10: 3446232737, ISBN-13: 978-3446232730, 19,90 Euro

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