Kieler Woche : "Ein ewig junges Fest"

Fischbrötchen vom Kutter: Bernd Manke (li.) und Smutje Jörg.
1 von 7
Fischbrötchen vom Kutter: Bernd Manke (li.) und Smutje Jörg.

Die Kieler Woche 2008 war ein Erfolg - das steht für Oberbürgermeisterin AngelikaVolquartz fest. Den Schlusspunkt unter das fulminante Programm setzt heute das Feuerwerk "Sternenzauber über Kiel".

Avatar_shz von
29. Juni 2008, 04:28 Uhr

Erhat seit 17 Jahren keine Kieler Woche versäumt: Bernd Manke aus Laboe. Von seinem kleinen Kutter "Røde-Sild" verkauft er jeden Tag frische Fischbrötchen an der Kiellinie. Vor sieben Jahren hat er das Boot von seinem Freund "Henne" gekauft. Durch ihn kam Manke auch zur Fischerei. "Als Kind hab ich schon geangelt, dann schlief das ein. Irgendwann brauchte mein Freund eineAushilfe für die Kieler Woche.Seitdem bin ich dabei", erzählt der 54-Jährige. Die Fische für seine Brötchen fängt er allerdings jetzt nicht mehr selbst. "Ich angle nur noch für den Eigenbedarf."
Wenn der Laboer nicht auf der Kieler Woche mit seinem kleinen Kutter liegt, arbeitet er auf der Schleuse Kiel-Holtenau bei einem Schiffsausrüster. Die Kieler Woche ist in den vergangenen 17 Jahren sehr hektisch geworden. Und zu weitläufig, findet Manke. Trotzdem liegt er jedes Jahr wieder gerne an der Kiellinie: "Die Leute, die schon jahrelang bei mir Fischbrötchen kaufen, kann ich doch nicht enttäuschen." DasSchönste an seiner Arbeit? "Dass die Menschen beim Bummeln stehen bleiben, wenn sie unser Schiffchen sehen und lächeln. Das allein macht schon Spaß."
"Ich habe jeden Morgen mit dem Krug frische Milch geholt"
Den hatten auch die Besucher. Allein 300 Konzerte sorgten musikalisch für Abwechslung. Mit 9000 Besuchern mit am besten besucht war am Dienstag auf der NDR-Bühne am Ostseekai "Marquess". Nur knapp darunter lag dieZahl der Zuhörer, die am selben Abend den Auftritt von "Torfrock" auf der debitel-Bühne verfolgten. Gerammelt voll war es auch am Freitagabend vor der "Unser Norden"-Bühne an der Hörn. Tausende Besucher verfolgten dort den Auftritt der "No Angels", die sich zuvor im Interview mit unserer Zeitung als Schleswig-Holstein-Fans outeten.
"Ihr habt wirklich ein klasse Land mit wunderschöner Natur, tollen Stränden und netten Menschen", sagte Lucy. Sandy verbrachte als Kind sogar ihre Ferien in Schleswig-Holstein. "Ich war dort jedes Jahr auf dem Bauernhof - allerdings weiß ich nicht mehr, wo genau das gewesen ist. Aber ich erinnere mich daran, dass ich ein Lieblingspony namens Donald hatte. Außerdem habe ich jeden Morgen mit dem Krug frische Milch geholt und abends auf dem Heuboden geschlafen. Das habe ich wirklich sehr genossen."
"Zur Kieler Woche schlagen viele Kulturen im Herzen der Stadt"
Ein besonderer Programmpunkt neben der traditionellen Windjammerparade, die mehr als 100.000 Besucher vefolgten, war gestern der "Open Park" im Volkspark auf dem Kieler Ostufer. Mit Kleinkunst Musik, Theater und Aktionen hatte die Kieler Woche auch dort eine Menge zu bieten. Die Folkloregruppe "Dabcke-Libanye" der arabischen Gesellschaft Deutschland riss die Zuschauer bei ihrem Auftritt mit. "Es ist eine Freude hier zu sein", sagte Dr. Hussein Anaissi, Vorsitzender der arabischen Gesellschaft. "Zur Kieler Woche schlagen viele Kulturen im Herzen der Stadt. Das habe ich woanders noch nicht erlebt", so Anaissi.
Acht Feuerwerke hat es zur Kieler Woche gegeben, aber das größte steht den Besuchern noch bevor. Heute Abend um 23.30 Uhr werden vom Marinearsenal aus 24 Bilder an den Himmel über der Förde geschossen. Das Motto: "Sternenzauber über Kiel".
"Ein ewig junges Fest"
Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz und Stadtpräsidentin Cathy Kietzer sind sich sicher: "Die Kieler Woche hat auch im 126. Jahr bewiesen, dass sie ein ewig junges Fest ist, dass Menschen aller Nationalitäten und Kulturen zum sportlichen Wettkampf, zum Feiern und zum Dialog zusammen bringt.“"Und die Segelwettbewerbe vor Schilksee hätten erneut gezeigt, warum sie "Mutter aller Regatten" genannt werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen