Kommentar : Ehre dem Ehrenamt

Ehrenamt wird immer schwieriger - zum einen fordert der Beruf von vielen heute viel mehr als früher, zum anderen ist auch das gesellschaftliche Ansehen der Kommunalvertreter gesunken. Ein Kommentar von Dieter Schulz.

shz.de von
26. Mai 2013, 09:37 Uhr

Insgesamt 13.050 Mandate werden heute in Schleswig-Holstein vergeben, über 2,35 Millionen Menschen sind aufgerufen, ihre Kommunalvertreter zu wählen. Eigentlich wäre dies Grund genug, in den vergangenen Wochen intensiv um Stimmen und Vertrauen zu werben. Doch von engagiertem Wahlkampf war wenig zu spüren. Dies ist sicher auch dem Umstand geschuldet, dass die vergangenen Werbefeldzüge für die Landtagswahlen große Löcher in die Wahlkampf-Kassen der Parteien gerissen haben. Doch es ist in erster Linie ein Beweis dafür, dass sich immer weniger Bürger für ihre Gemeinde engagieren.
Ehrenamt wird immer schwieriger - zum einen fordert der Beruf von vielen heute viel mehr als früher, zum anderen ist eben auch das gesellschaftliche Ansehen der Kommunalvertreter gesunken. Da färben die kleinen und großen Skandale der Berufspolitiker aus Kiel oder Berlin ungerechtfertigterweise ab, da hat aber auch die "Dagegen-Kultur" einiger Bürgerinitiativen ihren Anteil, die Ratsvertreter für deren demokratisch gefasste Beschlüsse regelrecht an den Pranger stellt. Demokratie lebt von einer Streitkultur, die Lust aufs Mitmachen entfacht. Da muss im Land zwischen den Meeren noch manch Zündfunken geschlagen werden. Eine höhere Wahlbeteiligung als 2008 wäre beim heutigen Urnengang ein erstes Zeichen, die Würdigung und Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit aber noch viel wichtiger.

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