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Abgestürzter Airbus A320 : Egyptair-Absturz: Zweiter Flugschreiber geborgen

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Noch immer ist unklar, warum ein Egyptair-Passagierjet über dem Mittelmeer abgestürzt ist. Kann das Rätsel jetzt gelöst werden?

shz.de von
erstellt am 17.Jun.2016 | 16:57 Uhr

Kairo | Einen Tag nach dem Stimmenrekorder ist auch der zweite Flugschreiber der abgestürzten Egyptair-Maschine aus dem Mittelmeer geborgen worden. Der Datenrekorder sei von einem Spezialschiff gesichert worden, teilte die ägyptische Untersuchungskommission am Freitag mit. Er wird nun in die Hauptstadt Kairo gebracht und soll dort untersucht werden. Zuvor hatten die Ermittler bereits mit der Auswertung des am Vortag geborgenen Stimmenrekorders begonnen. Die Untersuchungskommission erhofft sich von den beiden Flugschreibern Erkenntnisse über die bislang ungeklärte Ursache des Unglücks.

Der Absturz des Fluges mit der Nummer MS804 bleibt ein Rätsel. Genau wie das Unglück der Boeing-Passagiermaschine MH370 von Malaysia Airlines. Der Flieger mit 239 Menschen an Bord war im März 2014 spurlos auf dem Weg von Malaysia nach China verschwunden. Nur einige Trümmerteile wurden an der ost- und südafrikanischen Küste angespült.

Der Airbus A320 war am 19. Mai mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo über dem östlichen Mittelmeer abgestürzt. Kurz nach Verlassen des griechischen Luftraums sackte das Flugzeug laut der Regierung in Athen auf 4600 Meter ab und verschwand dann vom Radar.

Der Stimmenrekorder hat laut Ermittlern die letzten 30 Minuten der Gespräche zwischen den Piloten im Cockpit und den Funkverkehr festgehalten. Der Datenrekorder zeichnet Kurs, Geschwindigkeit, Flughöhe oder Neigungswinkel der Maschine auf. Durch das Speichern von GPS-Daten gibt er zudem Auskunft über den genauen Unglücksort.

Seit dem Absturz war mehrfach über eine Explosion an Bord und einen Terroranschlag spekuliert worden, was die ägyptische Regierung jedoch zurückwies. Zuletzt hatte es geheißen, an Bord sei unmittelbar vor dem Absturz Rauchalarm ausgelöst worden. Der Rauch sei aus dem Toilettenbereich im vorderen Teil der Maschine nahe dem Cockpit gemeldet worden, hieß es von der französischen Luftfahrtbehörde BEA.

Die Untersuchungskommission hatte bereits am Mittwochabend mitgeteilt, dass das Spezialschiff „John Lethbridge“ an mehreren Stellen im Mittelmeer Wrackteile gefunden habe. Das Schiff ist nach Angaben der beauftragten Firma Deep Ocean mit spezieller Technik wie Sonar ausgestattet und kann für die Suche in bis zu 6000 Metern Tiefe eingesetzt werden. Bislang waren von der Egyptair-Maschine nur kleine Überreste geortet worden. Diese lagen in einem Gebiet rund 290 Kilometer vor der Küste Ägyptens.

In den vergangenen Monaten hatte es mehrere Zwischenfälle mit Jets aus Ägypten gegeben. Ende März entführte ein Mann eine Egyptair-Maschine nach Zypern. Ende Oktober vergangenen Jahres war ein russischer Ferienflieger über dem Sinai abgestürzt, nachdem an Bord eine Bombe explodiert war. Zu der Tat, bei der 224 Menschen starben, bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

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