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Produkt-Hype in Dänemark : E-Klapprad ist zu schnell für die EU: Fahrverbot für Mate.bike

vom
Aus der Onlineredaktion

Auf das Mate.bike hat die urbane Gesellschaft nur gewartet – doch gerade in Städten ist das Zweirad eigentlich nutzlos.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2017 | 17:09 Uhr

Kopenhagen | Das moderne Klapprad Mate.bike ist der letzte Renner. Tausende Menschen wollen den lässigen Freiheits-Untersatz mit Elektroantrieb haben, der als „The coolest Ebike ever“ beworben wird. Mehr als 6000 Stück von dem Reichweitenwunder (bis zu 150 Kilometer) wurden bereits verkauft – für rund 5,4 Millionen Euro. Doch bei dem einschlagenden Drahtesel aus dem Hause Mate.bikes gibt es einen entscheidenden Haken: Das von zwei jungen Dänen entwickelte 2000-Euro-Fahrrad ist zu schnell und damit auf dänischen und anderen EU-Straßen nicht zugelassen.

Bis zu 35 Stundenkilometer können die Räder nämlich erreichen und damit rund 10 km/h mehr als die zugelassene Geschwindigkeit für E-Bikes. Trotzdem hat das Unternehmen laut „Berlingske Business“ die meisten ihrer Modelle in Dänemark verkauft.

Kritik vom Verbraucherrat

Scharfe Kritik erhält Mate.bikes vom Verbraucherrat „Tænk“. Die Firma erzählt ihren Kunden nämlich nicht, dass das Fahren mit dem E-Bike auf öffentlichen Straßen in der EU verboten ist, behauptet der Verbraucherrat. „Es sollte nicht erlaubt sein, diese zu verkaufen, ohne dass man darüber aufklärt, dass es gar nicht zulässig ist, mit ihnen zu fahren“, sagt Tina Dhanda Khalsi, Juristin bei der Verbraucherschutzorganisation, zu „Berlingske“. Sie weist darauf hin, dass Kunden dazu berechtigt seien, ihr Geld zurück zu verlangen, wenn sie diese wichtige Information beim Kauf nicht erhalten hätten.

Christian Adel Michael, Mitinhaber von Mate.bikes, gibt zu, dass das Fahren mit den Rädern in Dänemark verboten ist, doch Kunden würden beim Kauf darauf aufmerksam gemacht werden, versichert er.

<p>Handlich, praktisch und vor allem schnell: Auch Polizisten dürften einen Kieker auf das „Mate“ haben.</p>

Handlich, praktisch und vor allem schnell: Auch Polizisten dürften einen Kieker auf das „Mate“ haben.

Foto: Screenshot Vimeo

Bereits Anfang des Monats stand das Elektro-Fahrrad im medialen Rampenlicht. Damals ging es darum, dass Mate.bikes ihr Rad als „dänisches Design“ bewarb. Mittlerweile wurde dieser Zusatz in der Werbung allerdings entfernt, weil herausgekommen war, dass das Design von einem chinesischen E-Bike inspiriert ist.

In Deutschland dürfen so genannte S-Pedelecs trotz einer Höchstgeschwindigkeit von 45 Stundenkilometern mit elektrischer Unterstützung auf der Fahrbahn fahren – nicht jedoch auf dem Radweg. Die alleinige Kraft des Motors darf das Rad mit nicht mehr als 18 km/h antreiben. Für jedes Modell muss vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) eine Betriebserlaubnis eingeholt werden. Eine Haftpflichtversicherung inklusive Kennzeichen ist Pflicht. Überdies herrscht Helmpflicht, und es muss mindestens ein Führerschein der Klasse AM vorhanden sein.

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