Keine Freigabe der USK : „Dying Light“: Jugendschutz verhindert Zombieapokalypse

„Dying light“ ist eins der Spiele-Highlights des Jahres. In ganz Europa ist es seit dem 27. Januar für den PC als Download erhältlich – nur in Deutschland nicht, dank fehlender Altersfreigabe der USK
Foto:
„Dying light“ ist eins der Spiele-Highlights des Jahres. In ganz Europa ist es seit dem 27. Januar für den PC als Download erhältlich – nur in Deutschland nicht, dank fehlender Altersfreigabe der USK

„Dying light“ ist eins der Spiele-Highlight des Jahres. Doch in Deutschland fehlt die Altersfreigabe der USK. Droht nun die Indizierung?

shz.de von
28. Januar 2015, 12:24 Uhr

Während in anderen Ländern die Zombieapokalypse erfolgreich bekämpft werden kann, steht in Deutschland die Zeit still. Das Survival-Horror-Spiel „Dying light“ erschien am 27. Januar Europaweit als Download und soll ab 30. Januar auch für PlayStation 4 und Xbox One erhältlich sein. Zumindest in der Theorie. Ob und vor allem in welcher Form es in Deutschland erscheint, steht noch in den Sternen.

Die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) muss jedes neu erscheinende Spiel in Deutschland bewerten und hat das bei „Dying light“ noch nicht getan. Solange das Spiel noch ohne Wertung bleibt, darf es öffentlich nicht gehandelt oder beworben werden. Nur ein Verkauf unter der Ladentheke an Erwachsene nach Nachfrage wäre dann möglich. Dieses Verfahren soll für Minderjährige das Spiel praktisch unsichtbar machen. Die USK gab auf Nachfragen hin keine genaue Stellungnahme: „Leider können wir Ihnen keine weiteren Auskünfte zu Spielen, die über die Veröffentlichungen der Ergebnisse abgeschlossener Prüfverfahren auf www.usk.de hinausgehen, erteilen.“

Die seit 1994 bestehende freiwillige Selbstkontrolle der Computerspielewirtschaft ist für die Prüfung von Computerspielen in Deutschland verantwortlich. Die USK kennzeichnet Spiele in fünf verschiedenen Abschnitten: Freigegeben ohne Altersbeschränkung, ab sechs, zwölf, 16 und 18 Jahren.

Um die Spiele wirklich beurteilen zu können, sind die bestqualifizierten Experten der jeweiligen Bereiche in Deutschland beteiligt. Jeder Titel wird gespielt. Am Ende werden die Spiele in fünf Altersgruppen eingestuft, mit Gutachten und Begründung. Sobald vermutet wird, dass das getestete Spiel die Indizierungskriterien der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) erfüllt, wird das Alterskennzeichen verweigert.

Was die fehlende Altersfreigabe der USK für das Spiel zur Zeit bedeutet, wird beim Erwerb des Spieles deutlich: Bei „Steam“ wird erscheint nur der Text: „Uups, sorry! Bei der Verarbeitung Ihrer Anfrage ist ein Fehler aufgetreten: Dieses Produkt steht in Ihrem Land derzeit nicht zur Verfügung.“ Lediglich als „Steam Gift“ oder in Keyshops kommt man ans Spiel dran.

Bei Steam erscheint nur ein „Uups, sorry!“
Foto: Screenshot von store.steampowered.com
Bei Steam erscheint nur ein „Uups, sorry!“

Auch bei Amazon bekommt man beim Vorbestellen des Spiels folgenden Hinweis: „Achtung: Dieser Titel ist nicht USK-geprüft. Eine Lieferung an Minderjährige ist nicht möglich." Was das für die Bestellung bedeutet, wird bei Amazon erklärt.

Auch bei Amazon wird auf die fehlende USK-Freigabe hingewiesen.
Foto: Screenshot von Amazon
Auch bei Amazon wird auf die fehlende USK-Freigabe hingewiesen.
 

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen