Proteste in sozialen Netzen : Dritte Ehefrau ist ein Kind: 41-jähriger heiratet Elfjährige

Ans Licht gekommen war der Fall, weil eine der anderen Frauen Bilder von ihrem Mann und seiner neuen Frau auf Facebook gepostet hatte.
Ans Licht gekommen war der Fall, weil eine der anderen Frauen Bilder von ihrem Mann und seiner neuen Frau auf Facebook gepostet hatte.

Aufregung in Malaysia: Die Hochzeit eines Mannes mit einem Kind sorgt dort für Proteste – die Familie hatte zugestimmt.

shz.de von
10. Juli 2018, 13:49 Uhr

Kuala Lumpur | Die Hochzeit eines 41 Jahre alten Mannes mit einer Elfjährigen hat in Malaysia für Aufregung gesorgt. Der muslimische Dorfgeistliche und Abfallhändler hatte das Mädchen vergangenen Monat zu seiner dritten Ehefrau genommen.

Ein muslimisches Scharia-Gericht verhängte nun sechs Monate Gefängnis und eine Strafe von umgerechnet 380 Euro. Der Grund: Die Ehe sei ohne Zustimmung seiner anderen Frauen zustande gekommen, sagte ein Vertreter des Gerichts am Dienstag. Der Imam habe muslimische Familiengesetze verletzt, fügte er hinzu. Damit die Ehe gültig sei, müsse der Mann sie nun von dem Scharia-Gericht bestätigen lassen.

Der Mann hatte das Mädchen im Juni in Narathiwat in Thailand geheiratet, wie die Zeitung "The Star" meldete. Die Familie des Mädchens arbeitet den Berichten zufolge in Thailand und hatte dem Vorgang zugestimmt. Nach Bekanntwerden dieser Ehe gab es Proteste in sozialen Netzen in Malaysia und international. Malaysias stellvertretender Regierungschef Wan Azizah Wan Ismail sagte vergangene Woche, die Behörden untersuchten den Fall. Er forderte ein Verbot von Kinderehen in Malaysia.

In dem mehrheitlich muslimischen Land liegt die Altersgrenze für zivilrechtliche Eheschließungen bei 18, Scharia-Gerichte erlauben Muslimen die Ehe mit 16. Muslimische Mädchen dürfen mit Zustimmung ihrer Eltern und eines Scharia-Gerichts auch jünger heiraten. Medienberichten zufolge soll das Mädchen nun bis zu ihrem 16. Geburtstag warten und dann zu ihrem Mann ziehen.

Ans Licht gekommen war der Fall, weil eine der anderen Frauen Bilder von ihrem Mann und seiner neuen Frau auf Facebook gepostet hatte.

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