Wohnen : Die warme Stube – so teuer wie nie

Wärmer anziehen und die Raumtemperatur um ein Grad absenken, bringt eine Ersparnis von sechs Prozent der Heizkosten. Foto: www.asue.de
Wärmer anziehen und die Raumtemperatur um ein Grad absenken, bringt eine Ersparnis von sechs Prozent der Heizkosten. Foto: www.asue.de

Auch wenn der Ölpreis in den vergangenen Wochen gesunken ist– im Laufe des Jahres 2008 war er zeitweise so hoch wie nie. Das wird vielen Mietern jetzt eine böse Überraschung bei der Abrechnung ihrer Heizkosten bescheren.

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26. Januar 2009, 10:54 Uhr

Um stolze 84 Prozent sind die Heizkosten in den letzten zehn Jahren angestiegen. Inzwischen machen sie an der Gesamtmiet-Belastung mehr als 15 Prozent aus. In diesem Frühjahr müssen sich Mieter nun erneut auf saftige Heizkosten-Nachzahlungen von durchschnittlich 30 Prozent einstellen. "Die Heizkostenabrechnung 2008 wird deutlich höher ausfallen, die Energiepreise sind im vergangenen Jahr förmlich explodiert, und auch der Winter 2008 war kälter", erklärte Lukas Siebenkotten vom Deutschen Mieterbund (DMB) am Wochenende bei der Veröffentlichung des neuen Heizspiegels.
Der Heizspiegel basiert auf bundesweit erhobenen Daten von 63 000 Wohngebäuden. Mieter und Eigentümer können die Zahlen ihrer aktuellen Heizkostenabrechnung des Jahres 2008 mit den Werten des Heizspiegels vergleichen und so ihr Gebäude einstufen. Der Heizspiegel bewertet den Energieverbrauch von Wohngebäuden in vier Klassen: optimal, durchschnittlich, erhöht und extrem hoch. Hierbei wird zwischen Erdgas, Heizöl und Fernwärme unterschieden.
"2008 wird drastisch teurer"
2007 sind die Heizkosten bei mit Erdgas beheizten Wohnungen durchschnittlich um 5,6 Prozent, bei mit Heizöl beheizten Wohnungen um 4,9 Prozent und bei Wohnungen mit Fernwärme um 3,2 Prozent gesunken. Der Energieverbrauch ging wegen der milden Temperaturen und der Sparsamkeit der Bürger sogar um rund sieben Prozent zurück. Die Freude über diese Zahlen sei aber nur von kurzer Dauer. "2008 wird drastisch teurer", warnte Siebenkotten. Heizöl sei im Durchschnitt um etwa 30 Prozent und Gas etwa 20 Prozent teurer geworden.
Die Zeche zahlten die Mieter: Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung fallen jetzt insgesamt 1200 bis 1300 Euro an Heizkosten pro Jahr an. Diese Entwicklung trifft Schleswig-Holstein härter als die anderen Bundesländer. Denn aufgrund der geografischen Lage zwischen den Meeren ist der Heizenergieverbrauch im Norden höher. Dabei gibt es innerhalb des Wohnungsbestandes deutliche Unterschiede. Dachgeschosswohnungen etwa verursachen bis zu einem Drittel mehr an Energiekosten. Noch dramatischer fällt laut Mieterbund der Kostenschub bei ungedämmten Altbauten der 50er bis 70er Jahre aus.
Die Redeweise "Man muss sich warm anziehen" erhalte ihre ursprünglichen Bedeutung zurück, erklärte kürzlich Schleswig-Holsteins Mieter-Chef Jochen Kiersch. "Wärmer anziehen und die Raumtemperatur um ein Grad absenken, bringt eine Ersparnis von sechs Prozent der Heizkosten."
Weitere Spartips:

  • Heizkörper freihalten und nicht mit Möbeln oder Gardinen verstellen.

  • Ein kurzer und kräftiger „Durchzug“ ist besser als Dauerlüften, dabei kühlen nämlich Wände und Möbel aus

  • Heizkörper in Nischen dämmen – zur Not mit Alu-Folie

  • Alle Warmwasserleitungen im Keller isolieren

  • Die Warmwassertemperatur auf 60 Grad drosseln

  • Rollläden und Vorhänge nachts schließen, damit Wärme nicht über die Fenster verloren geht.

  • Heizkörper entlüften

  • Am besten ist jedoch eine grundlegende Wärmedämmung des gesamten Hauses.

Heizspiegel: www.mieterbund.de


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