Bekenntnisse eines Nicht-Fans : Die Mutanten sind los!

Vorsicht! Das Land wird überschwemmt von Mutanten. Überall lauern sie, die Menschen, die zum Fan wurden, weil es zum guten Ton gehört. Kathrin Emse über ihre Sicht der EM als Nicht-Fan.

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11. Juni 2008, 03:03 Uhr


Es ist erschreckend zu beobachten, und ich sag’s ja auch nicht gerne, aber: Deutschland ist voller Mutanten! Sie quellen aus den Hauseingängen, verstopfen die öffentlichen Fußballschauplätze und behängen sich mit allem, was nur ansatzweise schwarz-rot-gold anmutet.
Normalerweise haben sie mit Fußball nichts am Hut, ja viele von ihnen hassten diesen Sport sogar bis zur vergangenen WM. Aber jetzt gehört es eben zum guten Ton, ein Fan zu sein. Und drei Wochen lässt sich die Maskerade auch durchhalten.
Und so sitzen sie denn in den Cafés, palavern in der Fußgängerzone, quatschen im Bus und immer geht’s um eins: Fußball. Welches Tor, welcher Schlenzer, welches Abseits Doch Vorsicht: fragen Sie nie nach! Enttarnen Sie bloß keine Mutanten. Sie gleichen Furien, wenn Sie ihnen den Spiegel vorhalten. Ein echter Fan verzeiht so etwas - schließlich will der Fachgespräche. Ein Mutant hingegen, der kämpft ums Überleben.

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