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Tierische Findelkinder : Die ersten Heuler in der Nordsee

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Große dunkle Augen, lustige Barthaare und laute Rufe nach der Mama - die ersten Heuler der Saison sind in der Nordsee entdeckt worden. Sie werden jetzt aufgepäppelt.

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 01:16 Uhr

Friedrichskoog | In der Nordsee sind die ersten Heuler der Saison entdeckt worden. Die Seehundstation Friedrichskoog im Kreis Dithmarschen stellte die beiden Jungtiere am Montag vor. Die 8,4 Kilogramm schwere „Angie M.“ wurde am Pfingstmontag auf der nordfriesischen Insel Nordstrand gefunden, „Peer S.“ am selben Tag auf der Helgoländer Düne geborgen. Der neun Kilogramm schwere Seehund war eine Frühgeburt, sagte Stationsleiterin Tanja Rosenberger. Beide Heuler wurden zunächst in der Seehundstation in Quarantäne gehalten, bevor sie in ein normales Aufzuchtbecken umzogen. Hier werden sie nun aufgepäppelt, bis sie nach zehn bis zwölf Wochen das für die Auswilderung nötige Mindestgewicht von 25 Kilogramm erreicht haben.
Normalerweise wird ein Seehundbaby nach der Geburt rund fünf Wochen lang gesäugt. Danach ist es alt genug, um auf eigenen „Beinen“ zu stehen und selber für Nahrung sorgen zu können, wie Rosenberger erklärte. Zwischendurch lässt die Mutter ihren Nachwuchs jedoch auch immer wieder über Stunden allein, um auf Nahrungssuche zu gehen.

Spezialmilch und Live-Kamera


Seehundbabys rufen auch dann nach ihrer Mutter, sind jedoch keine „Heuler“. Als Heuler werden nur jene Robbenbabys bezeichnet, die dauerhaft den Kontakt zu ihrer Mutter verloren haben. Das kann viele Ursachen haben: unter anderem, wenn das Seehundbaby krank oder verletzt ist und daher von der Mutter verlassen wurde, wenn die Mutter gestorben ist oder das Jungtier durch einen Sturm von ihr getrennt wurde.
In Friedrichskoog bekommen die Heuler anfangs täglich rund ein halbes Dutzend Mahlzeiten aus einer Spezialmilch. Nach einer Woche wird die Nahrung langsam auf Fischbrei umgestellt, bis die jungen Tiere schließlich täglich zweieinhalb bis drei Kilogramm Hering bekommen. Während ihres Aufenthaltes in der Seehundstation haben die Robbenbabys keinen Kontakt zu den Besuchern. Sie können jedoch über eine Live-Kamera oder von einem Aussichtsturm aus beobachtet werden.
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