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Bauer Verlag über Neuausrichtung : Die Bravo der Zukunft setzt aufs Internet

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Jahrzehntelang war die „Bravo“ Aufklärer und Trendsetter der deutschen Jugend. Doch das Magazin leidet seit Jahren unter Auflagenschwund. Nun läutet der Bauer Verlag weitere Änderungen ein - und setzt aufs Internet.

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2014 | 13:04 Uhr

Hamburg/München | Kleine Änderungen im Heft, großer Umbau bei der Internetseite: Die Neuausrichtung des Jugendmagazins „Bravo“ will der Bauer Verlag an diesem Mittwoch (11 Uhr) in Hamburg präsentieren. „Wir planen einen komplett neuen Webauftritt und wollen zeigen, was sich bei der gesamten Marke tut“, sagte ein Verlagssprecher. Zudem würden weitere Neuigkeiten für die Dr.-Sommer-Rubrik vorgestellt. Hintergrund ist die Kündigung der langjährigen Leiterin des Aufklärer-Teams, Jutta Stiehler. Bereits im vergangenen Jahr hatte Bauer die Konzeption seines Printmagazins überarbeitet und neue Star- und Technik-Formate verkündet.

„Stars erwischt“ setzt seitdem wie klassische People-Magazine auf Paparazzi-Fotos oder Bilder von Star-Inszenierungen im Netz. Die Kategorie „Hot or Not“ beleuchtet die neuesten Trends in Musik, Kino, Styling oder Lifestyle. Zudem will sich das Magazin künftig verstärkt dem Thema Apps und Technik widmen.

Die Auflage des Jugendmagazins befindet sich seit Jahren im Sinkflug: Noch in den Siebzigern wurde die „Bravo“ fast zwei Millionen Mal verkauft. Seit Ende der 1990er ist die Auflage des Blattes um fast 90 Prozent geschrumpft - aktuell liegt sie nach Angaben des Verbands Deutscher Zeitungsverleger (VDZ) unter 150.000.

Die „Bravo“ steht wie andere Jugendmagazin nach Sicht von Experten vor allem wegen der Konkurrenz attraktiver Internet-Angebote unter Druck: Über Sex tauschen sich Jugendliche hauptsächlich in Foren oder sozialen Netzwerken aus, nach Stars suchen sie mit Suchmaschinen und klären sich in speziellen Youtube-Kanälen auf.

Die „Bravo“ war erstmals 1956 erschienen, seit 1968 gibt es sie wöchentlich. Ein Jahr später stieß mit dem Psychotherapeuten Martin Goldstein der erste „Dr. Sommer“ zum Heft - und sorgte wenig später für Aufregung: Zweimal schaffte es das Magazin 1972 wegen seiner Sexratgeber-Seite auf den Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften. „Die Geschlechtsreife allein berechtigt noch nicht zur Inbetriebnahme der Geschlechtsorgane“, befanden damals die staatlichen Sittenwächter.

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