Bahn-Experte : "Deutsche Schienen sind für ICE zu alt"

Ein ICE 3 und ein ICE T auf dem Abstellgleis: Die Schienen in Deutschland sind vielfach zu alt für die modernen Züge, mahnen Experten. Foto: dpa
Ein ICE 3 und ein ICE T auf dem Abstellgleis: Die Schienen in Deutschland sind vielfach zu alt für die modernen Züge, mahnen Experten. Foto: dpa

Es wird immer häufiger zu Achsenproblemen mit dem ICE kommen, warnt ein Fachmann. Die Gleise in Deutschland seien für die modernen Züge zu alt. Inzwischen wissen die Experten auch, weshalb eine Radsatzwelle eines ICE im Kölner Hauptbahnhof brach.

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02. November 2008, 12:04 Uhr

Der pensionierte Maschinenbauprofessor Vatroslav Grubisic, der auch mit der Analyse des Zugunglücks in Eschede befasst war, hält die Belastungen auf den teils sehr alten Gleisen des deutschen Bahnnetzes für zu hoch, wie er im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" erläuterte. Der Fachmann für Materialfestigkeit habe ausgerechnet, dass die für eine Betriebszeit von 30 Jahren ausgelegten Teile schon nach knapp zehn Jahren Probleme bekommen können. Grubisic erwartet deshalb eine Häufung von Achsschäden, da fast alle ICE 3 und ICE T etwa gleich alt sind.
Nachdem Techniker der Deutschen Bahn bei ihren verstärkten ICE-Untersuchungen eine weitere schadhafte Achse entdeckt haben, gibt es dem Bericht zufolge nun auch erste Befunde von jener Radsatzwelle, die Anfang Juli bei der Ausfahrt aus dem Kölner Hauptbahnhof gebrochen war. Bei den Untersuchungen durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung seien Silikateinschlüsse in den 16 Zentimeter dicken Stahlteilen festgestellt worden, die jedoch womöglich im Bereich der Toleranz lägen. Vor einer endgültigen Bewertung habe die Kölner Staatsanwaltschaft laut Oberstaatsanwalt Günther Feld die Überprüfung eines zweiten, unbeschädigten Radsatzes gefordert. Ein abschließendes Gutachten erwarte er bis zum Jahresende.

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