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Twitter-Debatte um Sterbehilfe : Der freiwillige Tod der Brittany Maynard

vom

Sie hat die Debatte über Sterbehilfe neu entfacht: Brittany Maynard. Die totkranke 29-Jährige zog extra in einen anderen US-Bundesstaat, um ihrem Leben freiwillig ein Ende zu setzen. Auf Twitter wird heftig diskutiert.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2014 | 16:57 Uhr

Portland | Brittany Maynard ist tot. Nachdem die 29-Jährige offen bekannt gab, ihrem Leben eine Ende setzen zu wollen, entbrannte erneut ein Streit um das Thema Sterbehilfe. Ein Gehirntumor, der das Leben der jungen Frau ohnehin in kurzer Zeit zunichte gemacht hätte, ist Brittany Maynard nun zuvorgekommen. Im Web hatte sie ihr Vorhaben lange angekündigt, verabschiedete sich im Kreise ihrer Familie und Freunden vom Leben. Ein Abschiedsbrief bei Facebook ist das letzte Zeitzeugnis einer 29-Jährigen, die frei entscheiden wollte, wie und wann sie ihrem Leben ein Ende setzt. Auf Twitter sind die Meinungen darüber gespalten. Viele Twitterer haben Verständnis für die Entscheidung:

Wir sollten das Recht haben, zu unseren eigenen Bedingungen zu sterben. Mit Würde und Anmut. Niemand sollte gezwungen werden zu leiden.

Sie lehnte es ab, dass der Krebs ihre Würde und am Ende ihr leben nimmt und berührte uns damit alle.

Ich hoffe, du hast Frieden gefunden, Brittany. Deine Geschichte hat Millionen bewegt und uns zum Nachdenken gebracht. Unsere Gedanken sind mit deinen Liebsten.

Eine inspirierende junge Frau, die jedes Recht hatte zu entscheiden, was das Beste für sie ist.

Diejenigen, die an der Seite eines totkranken Familienmitgliedes leben mussten, verstehen deine Entscheidung.

Mein Mann stirbt langsam. Das macht schmerzlich deutlich, dass diejenigen, die sich nicht freiwillig aussuchen zu sterben, zumindest das Recht haben sollten, wie sie sterben wollen.

Kritischere Stimmen gibt es jedoch auch. Dieser Twitternutzer hat gemischte Gefühle.

...Am Ende steht Gott als einziger Richter, der zählt.

Sein eigenes Leben zu beenden, um sich vom Leiden zu „befreien“ ist falsch, egal unter welchen Umständen. Wie lang deine Zeit auf diesem Planeten andauert, hast du nicht selbst zu entscheiden.

Selbstmord ist unethisch. Aber ich unterstütze die bürgerliche Freiheit ihn zu begehen, weil es die Freiheit der anderen nicht beeinträchtigt.

Manche Twitterer verstehen die Kritik an Brittanys Entscheidung nicht.

Kritiker verstehen nicht, dass sie (Brittany Maynard) die selbe Freiheit verdient, die ihre Kritiker als selbstverständlich ansehen – die Freiheit, eigene Entscheidungen im Leben zu treffen.

Wieder andere fragen sich: Würdest du deinem Leben ein Ende setzen, wenn sie dir sagen, dass du nur noch sechs Monate hast?

Um mit den Worten dieses Twitterers zu schließen: Versucht, die kleinen Dinge im Leben zu genießen und das beste aus jedem Tag zu machen. Umarmt die, die ihr liebt und sagt es ihnen. Frieden für Brittany Maynard.

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