"Che - Revolucion" : Denkmal für den Revolutionsführer

Benicio Del Toro als Che Guevara (l.) und Santiago Cabrera als Camilo Cienfuegos in dem Drama 'Che - Revolucion' von Steven Soderbergh. Foto: ddp
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Benicio Del Toro als Che Guevara (l.) und Santiago Cabrera als Camilo Cienfuegos in dem Drama "Che - Revolucion" von Steven Soderbergh. Foto: ddp

El Commandante - In "Che - Revolucion" setzt Steven Soderbergh dem Revolutionsführer das erste von zwei Film-Monumenten.

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09. Juni 2009, 12:36 Uhr

Der argentinische Mediziner Ernesto Guevara (Benicio Del Toro) verfolgt ein ehrgeiziges Ziel. Er will alle lateinamerikanischen Länder von ihren Diktatoren befreien. Den Anfang soll Kuba machen. Im November 1956 bricht er auf der Motorjacht "Granma" zu dem karibischen Inselstaat auf. An der Seite von Fidel Castro stürzt er sich bereits kurz nach der Ankunft in einen erbitterten Untergrundkampf gegen den drakonisch regierenden Präsidenten Fulgencio Batista - bis der anvisierte Staatsstreich am 1. Januar 1959 tatsächlich gelingt.
Zweiteilige Biopics kommen in Mode. Frankreichs "Public Enemy No. 1" Jacques Mesrine erhielt unlängst die doppelte Aufwartung. Nun also folgt mit Ernesto "Che" Guevara eine Ikone der 1968er Bewegung. Im ersten Teil "Revolucion" konzentriert sich Regisseur Steven Soderbergh ("Traffic") ausschließlich auf die Kubanische Revolution, an der Guevara maßgeblich beteiligt war. Seine Sympathien für den selbst ernannten Freiheitskämpfer hält der Oscar-Preisträger dabei nicht zurück.
Den dominanten Hauptdarsteller Benicio Del Toro (ebenfalls "Traffic") präsentiert er als selbstlosen Kämpfer für Gerechtigkeit, getreu dem Motto: Freiheit oder Tod. Selbst ein schweres Asthma-Leiden sowie unliebsame Exekutionsbefehle vermögen in "Che - Revolucion" kaum am Image dieses starken Mannes zu rütteln. Für seine eindrucksvolle Präsenz wurde Del Toro in Cannes und bei den Spanischen Filmpreisen bereits zum besten männlichen Darsteller gekürt.
Gemütliches Klassentreffen unter Revoluzzern
Die Handlung von "Che - Revolucion" spielt sich unterdessen hauptsächlich im Waldversteck der Revolutionäre ab. Dort zelten sie, dort rauchen sie, dort besprechen sie ihre Pläne. Ständig rauschen Begrüßungsfloskeln wie "Hola, el Commandante" durch das grüne Dickicht. Die Atmosphäre erinnert an ein gemütliches Klassentreffen unter Revoluzzern - wenn da nur nicht die andauernden Scharmützel mit Batistas Gefolgsleuten wären.
Über die politischen Hintergründe schweigt sich der Film hingegen aus. Unkundige Zuschauer erfahren somit nicht, warum Guevara gut und Batista böse sein soll. Hier kämpft ein Mann für Freiheit - das muss reichen. Inhaltlich hat "Che - Revolucion" somit erstaunlich wenig Substanz. Dafür bietet Soderbergh einige stilistische Leckerbissen.

So bettet er die aktive Revolution in schwarz-weiße Vorblenden ein, die Guevara nach dem Ende der Revolution zeigen. Eine dieser Sequenzen spielt im November 1964 vor den Vereinten Nationen. Durch den stetigen Wechsel von Vor- und Rückblenden gewinnt der Film an Qualität und Tempo. Am Ende wird die Kubanische Revolution zudem erfolgreich abgeschlossen. Der Kampf setzt sich für Guevara allerdings unvermittelt fort. Bereits im Juli zieht er in "Che - Guerrilla" nach Bolivien weiter.
"Che - Revolucion", Drama, USA/Spanien 2008, 126 Minuten, Regie: Steven Soderbergh, Darsteller: Benicio Del Toro, Julia Ormond, Jon DeVries, Demián Bichir u.a.

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