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Deutschland & Welt

11. Dezember 2017 | 20:52 Uhr

Lichterfest : Das total verrückte Weihnachtshaus

vom

Viel Geld und Liebe fließen in das außergewöhnliche Hobby von Gina und Walter Friedrich: Zu Weihnachten lassen sie ihr Haus mit 18.000 Lichtern erstrahlen.

shz.de von
erstellt am 24.Dez.2008 | 02:27 Uhr

Wenn sich die Dunkelheit über Lübecks Merkurstraße senkt, glimmen unzählige rote, gelbe, grüne und blaue Lichtpunkte am Haus von Gina und Walter Friedrich auf. Weithin sichtbar, ein Anziehungspunkt nicht nur für Kinder. Sogar Autofahrer halten vor dem Weihnachts-Haus an. Dem total verrückten Weihnachts-Haus. Denn die Friedrichs haben mehr als 100 Arbeitsstunden in die Dekoration investiert. 18.000 Lichter verzaubern die vielen Schaulustigen.
"Angefangen hat alles vor 15 Jahren in Kanada", erzählt Gina Friedrich. Sie besuchte damals eine Freundin. Es war mitten im Sommer - und in einem Geschäft in Edmonton entdeckte sie Weihnachtsschmuck. "Die Kanadier sind dort etwas extrem", befindet sie heute. Aber den Weihnachtsmann, der die Hüfte kreisen lässt und dazu fröhlich "Jingle Bells" singt, den musste sie haben.

"Etliche Euros sind in das Hobby geflossen"
"Mein Mann Walter hat mich für verrückt erklärt", sagt Gina Friedrich lachend. "Er wollte mir den Kauf verbieten." Auch ihre Kinder schüttelten verständnislos den Kopf: "Mutti, was machst du da?" Doch da hatte der Funke bei ihr schon gezündet. Einen Tag später ergatterte sie den ulkigen Typen. Seitdem sammelt sie alles, was mit dem Fest der Liebe zu tun hat: "Das hat Jahr für Jahr zugenommen." Und so schmückt sie das Haus nicht nur draußen, sondern auch drinnen. "Etliche Euros sind in das Hobby geflossen", gibt die Bürokauffrau (48) zu. "Aber was solls. Die einen sammeln Gartenzwerge oder Briefmarken - ich schmücke eben mein Haus."
Ein Hobby, das inzwischen nicht nur ihre Familie erfreut, sondern auch Freunde und Nachbarschaft. So gab es am 1. Advent wieder die "Anpunsch-Party" in der Garage, der eine Nachbar kocht einen Pott Suppe, der andere schmiert Schmalzbrote, und um 18 Uhr läutete Walter Friedrich (49) die Weihnachtshaus-Saison ein. Für seine Frau ist dieser Moment jedesmal verbunden mit einem wohligen Seufzer: "Jetzt kann Weihnachten beginnen."
Zwischen 18 und 22 Uhr leuchtet alles
Die Nachbarn und Freunde waren auch da, als es eng wurde mit den Kosten. Denn die Festtagsbeleuchtung verschlingt viel Geld. So viel Geld, dass die Friedrichs dieses Jahr schon aussetzen wollten. "Jetzt beteiligen sich die anderen, helfen aus, so dass wir an anderen Ecken sparen können. Und wir sparen mit der Beleuchtung", sagt Gina Friedrich. Zwischen 18 und 22 Uhr funkelt es also draußen rot, grün, gelb und blau. Da ranken sich Lichtschläuche an Rohren entlang, da hängen Lichtbögen an Fensterbänken und Sterne an der Wand, da schmückt golden glänzender Schein grüne Tannen-Kränze, sogar ein Dach erstrahlt.
Und den Weihnachtsmann aus Kanada, der "Jingle Bells" singt und die Hüfte kreisen lässt, den hat sie immer noch. Der singt jetzt im Wohnzimmer. Auf dem Fußboden. In bester Gesellschaft eines bunten Weihnachtsvolks, mit Leidenschaft in vielen Nippes-Läden zusammengekauft: Ein Weihnachtsmann mit Fallschirm aus Dänemark, ein sich bewegender Schneemann, ein singender Weihnachtshund und ein Tannenbaum, der auf Bewegungen reagiert.

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