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Tourismus-Ranking : Das sind die besten Ausflugsziele in Dänemark

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Der dänische Tourismus steht angesichts sinkender Besucherzahlen auf dem Prüfstand. Laut einer Studie sind bereits deutliche Verbesserungen erkennbar. Wie schneiden die beliebtesten Ziele der Deutschen ab?

Hvide Sande | Wer ein Ziel für einen Tagesausflug sucht, der sollte aus aktuellem Anlass mal nach Sonderburg fahren. Das liegt schließlich denkbar nahe, und dort kann dann jeder selber überprüfen, ob er das Ergebnis einer großangelegten Studie wiedererkennt: Nirgendwo sonst in Dänemark erleben Touristen angeblich einen so guten Service und so viel Qualität wie in der Stadt am Alsensund. Zu dieser Aussage gelangt eine Analyse des Wissenszentrums für Küstentourismus aus dem Nordseeort Hvide Sande. Es ist mit staatlicher Unterstützung vor zwei Jahren gegründet worden, um nach einem jahrelangen Fall der Übernachtungszahlen in den klassischen dänischen Ferienorten Impulse für eine Kehrtwende zu liefern.

An 25 Urlaubsorten hat das Institut „Mystery Shopper“ losgeschickt. Das sind Tester, die sich nicht als solche zu erkennen geben, sondern als gewöhnliche Gäste auftreten. Sie haben bei 1400 Einzelbesuchen alles das unter die Lupe genommen, was man als Tourist typischerweise ansteuert – ganz gleich, ob als Tagesgast oder jemand mit längerem Aufenthalt: Touristinformationen, den Einzelhandel, die Gastronomie, Sehenswürdigkeiten und sonstige Ausflugsziele.

Gäste relaxen in der Sonnen vor dem Schloss Sonderburg.
Gäste relaxen in der Sonnen vor dem Schloss Sonderburg. Foto: Michael Staudt

Sonderburg hat  in der Gesamtwertung 87,6 Punkte auf einer Skala von 0 bis 100 erreicht. Das sind 5,8 Punkte mehr als im vergangenen Jahr. Da hatte der Test zum ersten Mal stattgefunden.

Am Teepavillon bei Valdemars Schloss in Svendborg.
Am Teepavillon bei Valdemars Schloss in Svendborg. Foto: imago stock&people
 

Auf Platz 2 folgt diesmal – das auch von deutschen Seglern stark frequentierte – Svendborg mit 84,6 Punkten. In punkto Sehenswürdigkeiten erhielt die Stadt auf Südfünen den neunten Rang, mit der Gastronomie auf Platz fünf und der Qualität der Touristinformation auf Rang sechs erzielte man weitere Spitzenwerte. Im Einzelhandel steht die die Stadt, in der 1912 mit A. P. Møller-Mærsk die größte Reederei der Welt gegründet wurde, sogar auf Platz eins. Auf Rang drei im Gesamtranking kommt Gilleleje an der Spitze von Nordseeland nördlich von Kopenhagen.

Hvide Sande: Gesamtwertung Platz 8, Sehenswürdigkeiten: 10, Gastronomie: 6, Einzelhandel: 10, Touristinformation: 17
Das beliebte Hvide Sande kommt in der Gesamtwertung Platz 8. Sehenswürdigkeiten: 10, Gastronomie: 6, Einzelhandel: 10, Touristinformation: 17 Foto: imago/Dieter Mendzigall

In den vier Einzeldisziplinen überzeugte Gesamtsieger Sonderburg am allermeisten mit den gastronomischen Angeboten. Auch in dieser Einzelwertung heimste Flensburgs nordöstliche Nachbarstadt den ersten Platz ein. In der Kategorie Sehenswürdigkeiten steht Sonderburg hinter Frederikshavn auf Position 2, beim Einzelhandel hinter Svendborg und Billund an dritter Stelle. Die größten Verbesserungsmöglichkeiten gibt es bei der Touristinformation. Dort reichte es für Sonderburg nur für den sechsten Platz. Besser schlugen sich – in absteigender Reihenfolge – Ebeltoft, Fanø, Rørvig (auf Seeland), Frederikshavn, Samsø und Henne Strand.

Röm: Gesamtwertung Platz 9, Sehenswürdigkeiten: 11, Gastronomie: 4, Einzelhandel: 13, Touristinformation: 15
Die viel frequentierte Nordseeinsel bekommt in der Gesamtwertung Platz neun. Foto: Michael Staudt/grafikfoto.de

Insgesamt stellt Jacob R. Kirkegaard Larsen vom Wissenszentrum für Küstentourismus „markante Verbesserungen im Vergleich zum letzten Jahr“ fest. Offenbar habe man sich vielerorts Kritik aus der ersten Untersuchung zu Herzen genommen. Den größten Sprung verzeichnet er bei den Informationen über die touristische Angebotspalette eines Ferienorts. Die Mitarbeiter vor allem der Touristbüros, aber auch von Sehenswürdigkeiten klären die Besucher demnach eifriger über die Freizeitmöglichkeiten auf, die die Gegend bereithält. Dafür vergaben die Tester diesmal 19,4 Punkte.

Fanø fanoe dänemark westküste esbjerg Fanø: Gesamtwertung Platz 12, Sehenswürdigkeiten: 22, Gastronomie: 17, Einzelhandel: 6, Touristinformation: 2
Fanø im Westen von Jütland schaffte es auf Platz zwölf. Foto: Imago/sp
 

Erst einmal unabhängig vom Inhalt eines Gesprächs erlebten  die „Mystery Shopper“ quer durch alle untersuchten vier Felder, dass das Personal aktiver auf sie zuging als 2013. Als Gradmesser diente, ob die Mitarbeiter irgendein Signal aussenden, ob sie einen Besucher überhaupt registrieren. Auch auf der nächsten Stufe – nämlich einen Dialog mit dem Kunden zu eröffnen – ist das Personal nach Angaben der Tester besser geworden. Insgesamt liegen die Bewertungen für die Initiative zum Gespräch jedoch nach Einschätzung des Wissenszentrums „immer noch auf einem niedrigen Niveau“.

Henne Strand: Gesamtwertung Platz 14, Sehenswürdigkeiten: 6, Gastronomie: 22, Einzelhandel: 18, Touristinformation: 6.
Henne Strand kommt auf Platz 14. Foto: Christian Röwekamp, dpa

Es fällt auf, dass die Testpersonen alles in allem für die Kategorie Sehenswürdigkeiten/Aktivitäten bessere Noten verteilt haben als für Lokale, Geschäfte und Touristinfos. Immerhin kann sich die Gastronomie an anderer Stelle über eine Aufwärtstendenz freuen. Die sieht der Report sowohl beim Preis-Leistungsverhältnis als auch bei der generellen Qualität der Speisen und Getränke. Gesunken wiederum ist der Ehrgeiz der Bedienung, dem Gast möglichst viel Umsatz zu entlocken: Fast die Hälfte aller Testpersonen wurde in Cafés und Restaurants nicht gefragt, ob sie einen Nachtisch, ein besonderes Getränke oder sonstige Zusatzleistungen wünsche. Hier sank die Bewertung um 7,5 Punkte. Generell sieht das Wissenszentrum „verkaufsmäßig sowohl in gastronomischen Einrichtungen als auch im Einzelhandel noch ein großes ungenutztes Potenzial“.

Den dänischen Kronprinzen Frederik zieht es zum Surfen nach Klitmøller/Nordjütland. In der Gesamtwertung erhielt das Örtchen in Nordwestjütland Platz 15. Sehenswürdigkeiten: 25, Gastronomie: 2, Einzelhandel: 11, Touristinfo: 23.
Den dänischen Kronprinzen Frederik zieht es zum Surfen nach Klitmøller/Nordjütland. In der Gesamtwertung erhielt das Örtchen in Nordwestjütland Platz 15. Foto: dpa

Ein leichter Rückgang ergibt sich im Jahresvergleich ausgerechnet für die Begrüßungssituation in den Touristinformationen. Die Autoren der Studie murmeln, das liege vielleicht an einem größeren Andrang in der jüngsten  Hochsaison. Doch das macht es für den einzelnen nicht besser; ausgerechnet auch noch in der Einrichtung, die oft als Erstkontakt und Einfallstor zu den Angeboten eines Ferienortes dient.

Blåvand: Gesamtwertung Platz 22, Sehenswürdigkeiten: 4, Gastronomie: 23, Einzelhandel: 25, Touristinformation: 14
Blåvand schafft es in der Gesamtwertung auf Platz 22. Foto: Cathixx/Wikimedia Commons, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de
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erstellt am 17.Nov.2014 | 12:12 Uhr

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