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Welt-Tollwut-Tag : Das müssen Sie über Tollwut wissen

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Kann man sich in Deutschland mit Tollwut infizieren? Das und noch andere wichtige Fragen zum Thema Tollwut beantwortet shz.de zum Welt-Tollwut-Tag.

Am 28. September ist Welt-Tollwut-Tag. Wieviel wissen wir über das tödliche Virus? Eigentlich viel zu wenig. shz.de mit Fragen und Antworten.

Was ist Tollwut?

Tollwut ist eine schwere Virusinfektion des Zentralnervensystems, die in den meisten Fällen zum Tode führt.

Wie wird die Infektion übertragen?

Das Virus wird durch den Speichel von infizierten Tieren übertragen (zum Beispiel durch Füchse, Fledermäuse, Hunde, Katzen). Laut Informationen des Tropeninstituts werden 99% der menschlichen Tollwutfälle von Hunden übertragen. Auch wenn der Speichel durch ungewaschene Hände in die Augen-, Nase- oder Mundschleimhaut gerät, droht eine Infektion mit dem Virus. Zudem ist die Infektion resistent gegen Kälte und Fäulnis, sodass auch bereits tote Tiere infektiös sein können.

Wie lang ist die Inkubationszeit?

Der Zeitpunkt, wann das Virus ausbricht, ist unterschiedlich. Meistens beträgt die Inkubationszeit 20 bis 70 Tage.  Das Virus kann aber früher oder später ausbrechen, nach vier Tagen oder auch erst nach einem Jahr.

Wie äußern sich die Symptome des Virus beim Menschen?

Die ersten Symptome des Virus sind unspezifisch. So kann hohes Fieber auftreten, Kopfschmerzen, Übelkeit oder auch Erbrechen. Ist der Mensch einmal mit dem Virus infiziert, wandert es entlang des Nervensystems ins Rückenmark bis ins Gehirn. Der Speichel, Urin sowie die Tränen sind zu dieser Zeit hochansteckend, sodass der Mensch isoliert werden muss. Wenige Tage nach Krankheitsbeginn endet die Infektion für den Menschen tödlich.

Wie kann ich mich vor dem Virus schützen?

Schützen können Sie sich nur mit einer Impfung gegen das Virus. Bei der Impfung gegen Tollwut werden zwei Dinge unterschieden: Die prophylaktische Impfung vor eines Bisses und die sofortige Impfung nach Tollwutkontakt. Die Vorsorgeimpfung besteht aus insgesamt drei Injektionen (Tag 0, 7, 21-18) in den Oberarm. Je nach bestehender Gefährdung muss die Impfung alle zwei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

Auch für Menschen, die sich vorsorglich gegen Tollwut haben impfen lassen, sind eine oder weitere Injektionen des Impfstoffes nach dem direkten Kontakt notwendig. Wer über keinen vorsorglichen Tollwutschutz verfügt, erhält eine vollstände Therapie, die aus fünf bis sechs Impfungen besteht.

Wann muss ich mich gegen Tollwut impfen lassen?

Eine klassische Tollwut gibt es in Deutschland nicht mehr. In anderen Ländern hingegen besteht zum Teil ein erhöhtes Risiko, sich mit dem Virus zu infizieren. Besonders vor einer Reise wird empfohlen sich auf der Homepage des Auswärtigen Amtes über die Reise- und Sicherheitsbedingungen des jeweiligen Landes zu informieren. Dabei werden auch medizinische Hinweise aufgeführt, die darüber informieren, welche Impfungen notwendig erscheinen oder nicht. Viele Ärzte bieten zudem auch eine reisemedizinsche Beratung an.

Wo besteht ein hohes Infektionsrisiko?

Jährlich sterben nach einer Schätzung der WHO 55.000 Menschen an Tollwut, 99 % davon in den Entwicklungsländern Asien und Afrika. Weltweit hat Indien die meisten Todesfälle durch Tollwut zu verzeichnen.

Kann ich mich in Deutschland mit Tollwut infizieren?

Die klassische Tollwut gilt in Deutschland als ausgerottet, Deutschland gilt seit 2008 als tollwutfrei. Die Fledermaus-Tollwut hingegen konnte noch nicht bekämpft werden. Ihre Erreger ähneln denen der klassischen Tollwut und können für den Menschen gleichermaßen gefährlich werden. Auch hier ist das sofortige Konsultieren eines Arztes nach einem Kontakt zwingend notwendig. Der übliche Impfstoff gegen Tollwut bekämpft zudem auch die Viren der Fledermaus-Tollwut.

Wo kann ich mich informieren?

Die Seite www.impfen.de informiert unter dem Punkt „Tollwut“ ausführlich über das Virus, Verlauf und über Prophylaxe. Für eine professionelle Beratung empfiehlt es sich, einen Arzt zu konsultieren oder -besonders vor Reisen- sich in einem Tropeninstitut zu informieren.

 
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erstellt am 27.Sep.2015 | 18:56 Uhr

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