Nintendo DS : Das Kochbuch, das spricht und applaudiert

Fertig ist das Gericht - der virtuelle Meisterkoch applaudiert.
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Fertig ist das Gericht - der virtuelle Meisterkoch applaudiert.

Nach dem Erfolg von Denksport-Software hält die tragbare Spielkonsole Nintendo DS Einzug in die Küche. Mit dem Spiel "Kochkurs: Was wollen wir heute kochen?" soll jedermann zum Chefkoch werden.

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12. Oktober 2008, 10:18 Uhr

Kiel | Lange Zeit diente das gute alte Kochbuch als ultimative Küchenhilfe. Die lieben Gäste wurden durch kreative Rezepte beglückt, fix kleine Mahlzeiten zubereitet - und das romantische Abendmenü für Zwei fand sich auch noch zwischen den Buchdeckeln. Doch seit kurzem ist alles anders - auch in meinen vier Wänden. "Weiter" und "Zurück" brülle ich am Kochherd - und falls meine Nachbarn mich dabei durchs Fenster beobachten sollten, müssen sie mich eigentlich für verrückt halten.

Denn dass ich mich mit einem virtuellen Chefkoch unterhalte, kann natürlich keiner von ihnen wissen. "Kochkurs: Was wollen wir heute kochen" heißt die Software für die taschenrechnergroße Spielekonsole Nintendo DS, mit der der japanische Hersteller die Küche erobern will. Aber kann mich der digitale Chefkoch wirklich zum perfekten Dinner führen?

Bevor es an den Herd geht, suche ich nach einem geeigneten Rezept. 250 Gerichte internationaler Küche kann der sympathische Kochassistent präsentieren - geordnet nach Kategorien wie dem Herkunftsland, Zutaten, Schwierigkeitsgrad, Dauer oder sogar Kaloriengehalt. Ich wähle das Gericht nach dem Land aus und entscheide mich für Frankreich - als Einstimmung auf den kommenden Urlaub im Land der "haute cuisine". Immerhin 34 Rezepte werden angeboten - heute steht Salat mit warmen Ziegenkäse und ein einfaches Ratatouille auf der Tageskarte.

Komfortabel stellt der Kochassistent die Zutaten je nach Anzahl der Personen zusammen - nur den Gang in den Supermarkt oder in den Feinkostladen muss ich selber erledigen.

Ist alles eingekauft, kann endlich die Kochschürze umgebunden werden. Über ein eingebautes Mikrofon lassen sich die Anweisungen des Chefkochs jederzeit steuern. Alternativ können die Eingaben aber auch bequem per Touchscreen vorgenommen werden. Für Anfänger toll: Im umfangreichen Kochlexikon gibt es neben zahlreichen Tipps auch Ratgeber-Videos: Wie man angewinkelt schneidet, Pizzateig knetet oder Jakobsmuscheln vorbereitet.
Der virtuelle Koch applaudiert
Ich eile stattdessen durch die Vorspeise, mixe nach dem Waschen und Schneiden des Römersalates das Dressing zusammen und backe den Ziegenkäse im Ofen knapp zehn Minuten auf etwas Brot leicht an, bis der Käse zerläuft. Dann bin ich mit dem Salat fertig - und zufrieden. Selbst der virtuelle Chefkoch applaudiert kräftig.

Das Ratatouille wird parallel zubereitet. Dazu speichere ich das Salatrezept ab und koche anschließend das mediterrane Gemüse fertig. Schlecht bei mehreren Gängen: Das Hin-und Herwechseln zwischen den Punkten, an denen Gerichte unterbrochen wurden, beherrscht das Programm nicht. Denn nur der Kochstand eines Rezeptes lässt sich als Datei sichern.

Das Essen schmeckt aber trotzdem, auch meine kocherfahrene Freundin ist zufrieden. Bis zum Meisterkoch werde ich zwar noch die ein oder andere Hürde nehmen müssen, aber mein neuer digitaler Lehrer ist mir stets zu Diensten. Und mehr Vergnügen bereitet der virtuelle Assistent auch noch als das schlichte Kochbuch.

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