Neuer "Gorch Fock"-Kommandant Helge Risch : Weder "harter Hund" noch "allzu gütig"

Die 'Gorch Fock' soll nach dem Wunsch des neuen Kommandanten wieder in 'ruhiges Fahrwasser' gelangen. Foto: dpa
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Die "Gorch Fock" soll nach dem Wunsch des neuen Kommandanten wieder in "ruhiges Fahrwasser" gelangen. Foto: dpa

Modern und individuell - der neue "Gorch Fock"-Kommandant möchte in der Offiziersausbildung einzeln auf seine Schützlinge eingehen. Nach den Skandalen soll der Traditionssegler wieder in "ruhiges Fahrwasser".

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05. Dezember 2011, 10:07 Uhr

Der neue Kommandant der "Gorch Fock" will eine moderne und individuelle Ausbildung auf dem Segelschulschiff der Deutschen Marine etablieren. "Der harte Hund als Ausbilder passt ebenso wenig in die moderne Zeit wie der allzu gütige Vorgesetzte", sagte Kapitän zur See Helge Risch in Norfolk in Virginia. "Wir brauchen ein modernes Konzept, mit dem wir auf jeden einzelnen eingehen können. Dabei müssen wir dem jungen Menschen auch den Sinn vermitteln, warum wir das machen. Das ist keine Zauberei. Das ist lediglich harte Arbeit."
Seit vergangenem Jahr hatte es viele Negativschlagzeilen über die "Gorch Fock" gegeben: Der Unfalltod einer Kadettin sowie Berichte über angebliche Schikane und unwürdige Rituale an Bord sorgten für Aufsehen. Kapitän zur See Norbert Schatz war als Kommandant zunächst suspendiert worden, bis er schließlich auf das Amt verzichtete. Sein Nachfolger Risch soll das Kommando am 1. August 2012 übernehmen.
Verantwortung und Teamgeist lernen
Risch betonte, dass er sich eine Marineausbildung ohne Segelschulschiff kaum vorstellen könne: "Nirgendwo sonst können junge Menschen Verantwortung und vor allem Zusammenarbeit und Teamgeist lernen. Die "Gorch Fock" hat ihren Platz in der modernen Zeit wie sie ihn immer in der Marine hatte." Eine moderne Ausbildung sei der Schlüssel für die Zukunft der Marine: "Das ist bei der Bundeswehr nicht anders als in jedem Unternehmen."
Risch, der 1983 mit 20 Jahren in die Marine eintrat, geht "mit großer Freude, aber auch gehörigem Respekt" an die Arbeit. "Das Ausbilden junger Soldaten ist eine der herausforderndsten, aber auch schönsten Aufgaben in den ganzen Streitkräften. Man möchte den Menschen ja etwas mitgeben, etwas, was ihnen hoffentlich noch über Jahrzehnte weiterhilft." Im Januar werde er in Deutschland viele Gespräche führen und dann ein Ausbildungskonzept erarbeiten. "Ziel ist es, die "Gorch Fock" wieder in die ruhigen Fahrwasser zu bringen, die sie verdient hat."

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