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Glückstadt : Tourismus-Förderung: FDP-Politiker warnt vor leeren Kassen

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Stadtvertreter Klaus Bornemann lässt nicht locker. Das Tourismus-Büro soll vom finanziellen Tropf der Stadt unabhängig werden, fordert er.

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erstellt am 16.Jul.2009 | 07:52 Uhr

Glückstadt | Die Stadt wird in den kommenden Jahren immer weniger Geld haben. Deshalb muss sich das Tourismusbüro auf Kürzungen einstellen. Das sagt Klaus Bornemann (FDP). 3000 Euro weniger Zuschuss für das kommende Jahr - mit diesem Antrag ist der Liberale bereits im jüngsten Wirtschaftsausschuss gescheitert (wir berichteten). Doch es wird zu Kürzungen kommen, prophezeit der Stadtvertreter. Und er ist der Meinung: Das Tourismusbüro rein privatwirtschaftlich zu sehen. Es ist eine GmbH innerhalb des Verkehrs- und Gewerbevereins.
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Bornemann ist dafür, den städtischen Zuschuss stetig jährlich um 3000 Euro zu kürzen. Denn er geht davon aus, dass die Streichungen so oder so kommen. Heute belaufen sich die Zuwendungen der Stadt an das Tourismusbüro auf 126 000 Euro. 80 000 Euro davon sind Personalkosten, die Fixkosten - unter anderem Miete - betragen 46 000 Euro. Hinzu kommen unter anderem Leistungen, wie das Reinigen der öffentlichen Toiletten im Rathaus, die mit 7500 Euro jährlich veranschlagt sind. Dies wird verrechnet. Dem gegenüber stehen Einnahmen, unter anderem durch Mitgliedsbeiträge, die über den Verkehrs- und Gewerbeverein eingenommen werden.
Gelder sollen von Mitgliedern selbst getragen werden
Die Mitglieder sollen mehr zahlen, fordert Bornemann. "Die Tourismusbranche ist gewinnorientiert. Im vergangenen Jahr wurde hier ein Umsatz von rund 11,5 Millionen Euro in Glückstadt gemacht." Die Zahlen würden aus dem Arbeitskreis Tourismus stammen.

Wer so viel Umsatz macht, der könne sich auch an den 126 000 Euro beteiligen. Dies entspräche 1,1 Prozent von den 11,5 Millionen Euro Umsatz. "Da muss es möglich sein, dass dieses Geld von den Mitgliedern des Vereins selbst getragen werden. Irgendwann muss jede Branche selbstständig werden."
"Die Stadt stößt auf ein Finanzloch"
Die Arbeit, die im Tourismusbüro geleistet wird, sei gut. Dies ist für ihn nicht das Thema. "Die Stadt stößt auf ein Finanzloch", warnt er. Der finanzielle Engpass der Stadt würde kommen, weist er auf die Prognosen bezüglich der negativen Entwicklung der Einkommensteuer hin. Dies muss aufgefangen werden. "Und dann hat das Tourismusbüro keine Planungssicherheit mehr. "Das ist die bittere Wahrheit. Es wird künftig an allen freiwilligen Leistungen gedreht."

Kulturelle Einrichtungen in Glückstadt stehen bei dem FDP-Stadtvertreter allerdings nicht auf dem Prüfstand. "Bücherei, Museum, Palais für aktuelle Kunst und unter anderem die Musikschule dienen dem Allgemeinwohl." Kulturelle Einrichtungen müssen aus seiner Sicht erhalten bleiben. "Dem können wir uns als Stadt nicht entziehen." Das Tourismusbüro mache kulturell selber gar nichts. "Es sind alles nur Vermittlungen. Sie machen nur das Marketing."

Unstrittig ist für Klaus Bornemann: Es sei einst richtig gewesen, das Tourismusbüro mit einer Anschubfinanzierung in Gang zu bringen. Aber, so sagt der Politiker auch, der Tourismus heute sei nur möglich, weil die Stadt 45 Millionen Euro öffentliche Gelder für die Städte bausanierung bekommen habe. "Das, was der Altbürgermeister Dr. Manfred Bruhn einst angeregt hat, war richtig. Aber das ist über 40 Jahre her. Jetzt muss die Tourismusbranche aus der Subventionierung herauskommen."

Bornemann glaubt nicht, dass der geförderte Tourismus indirekt für Arbeitsplätze in anderen Branchen sorgt. Den Effekt hält der Politiker für nebensächlich.

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