Selbstmord in Justizvollzuganstalt : Todesschütze nimmt sich das Leben

Ein 65-Jähriger strangulierte sich in der Justizvollzugsanstalt Neumünster. Der Mühlenbarbeker stand im dringenden Tatverdacht, seine Frau getötet zu haben.

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05. Oktober 2009, 05:42 Uhr

Mühlenbarbek/Neunünster | Ernst K. ist tot. Wie die Justizvollzugsanstalt Neumünster gestern mitteilte, hat sich der Mühlenbarbeker selbst das Leben genommen. Er hatte sich am Zellenfenster stranguliert. Der 65-Jährige stand unter dem dringenden Tatverdacht, im Juni dieses Jahres seine 64 Jahre alte Ehefrau mit Schüssen aus einer Handfeuerwaffe tödlich verletzt zu haben. Er selbst hatte über Notruf die Polizei verständigt. Die Beamten fanden die Frau schwerverletzt in dem abgelegenen Reetdachhaus am Rand von Mühlenbarbek. Das Opfer starb noch im Laufe des Abends im Krankenhaus.

Ehemann Ernst K. hatte sich widerstandslos festnehmen lassen. Er stand unter erheblichem Alkoholeinfluss. Zur Bluttat machte er zunächst keinerlei Angaben.

In der Untersuchungshaft in Neumünster erwartete den früheren Betreiber mehrerer Seniorenheime im Kreis Steinburg nun der Prozess wegen Totschlags. Laut Haftanstalt war der Mann in seiner Zelle alleine untergebracht. Bis zuletzt habe er an den Aktiviäten in der Anstalt teilgenommen und gute Gesprächskontakte zum medizinischen und seelsorgerlichen Dienst gehalten. Anzeichen von Suizidgefahr, so hieß es weiter, habe es jedenfalls nicht gegegen. Die Justizbehörde geht von einer Blitzreaktion des Verstorbenen aus. Ernst K. hinterließ lediglich einen Abschiedsbrief.

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