Test für Xbox One, PC, PS4 und Switch : „The Witcher 3“ für die Switch: Grandiose Portierung eines Meisterwerks

Author: Archiv
Wir haben das Spiel "The Witcher 3: Wild Hunt" getestet. Quelle: CD Project Red

Das Spiel "The Witcher 3: Wild Hunt" von CD Project gibt es nun auch für die Nintendo Switch.

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01. November 2019, 17:00 Uhr

Das Spiel "The Witcher 3: Wild Hunt" von CD Project gibt es nun auch für die Nintendo Switch.

Das Spiel "The Witcher 3: Wild Hunt" und die beiden umfangreichen Story-Erweiterungen "Hearts of Stone" und "Blood and Wine" gibt es nun auch für Nintendos kleine Switch-Konsole. Hersteller CD-Projekt ist mit der Portierung des Meisterwerks von 2015, das ursprünglich für deutlich leistungsstärkere Konsolen und PCs programmiert wurde, Erstaunliches gelungen. Jetzt lassen sich die Abenteuer um Hexer Geralt auch unterwegs erleben. Wir schildern hier unsere Eindrücke von der Switch-Version. Weiter unten lesen Sie den Original-Test zu "The Witcher 3: Wild Hunt" mit dem Fazit "ein Meisterwerk".

So spielt sich "The Witcher 3" auf der Switch

Für viele Gamer ist "The Witcher 3" eines der besten Spiele, das es je gab. Die Grafik, Spieltiefe, Humor, Atmosphäre, großartige Geschichte gehörten 2015 – und in großen Teilen noch heute zum Besten, was das Action-Adventure-Genre je gesehen hat. Das Spiel für die (deutlich leistungsschwächere Switch) umzuprogrammieren, ist ein gewagter Schritt von CD Project. Wie wirkt sich die Portierung auf das Spiel aus?

[Im folgenden Abschnitt werden Unterschiede der Switch-Version von "The Witcher 3" zu den Xbox-One-, Playstation- und PC-Versionen aufgezeigt. Weiter unten finden sie den ausführlichen Test zu "The Witcher 3"]

So sieht 'The Witcher 3' auf der Nintendo Switch aus. Foto: Nintendo/CD Project
Nintendo/CD Project

So sieht "The Witcher 3" auf der Nintendo Switch aus. Foto: Nintendo/CD Project

Auf dem PC braucht alleine das Hauptspiel 40 Gigabyte Speicherplatz. Auf der Switch sind es für das Gesamtpaket aus "Witcher 3", "Hearts of Stone" und "Blood and Wine" nur knapp 32 Gigabyte. Das zeigt: Die Entwickler sparen hier und da an hochauflösenden Grafikpaketen aus der riesigen Spielewelt. Es ist ein grafischer Rückschritt, der vor allem dann ins Auge fällt, wenn man das Spiel am Fernseher zockt. Im Handheld-Modus der Switch sind die Texturen zwar etwas "matschig", aber das Spiel sieht immernoch sehr gut aus und läuft fast immer flüssig im mobilen Spielmodus. Das Spiel läuft bei 30 Bildern pro Sekunden. Das Spiel hat eine dynamische Auflösung und läuft auf der Switch mit maximal in 720p. Wird die Hardware der Konsole besonders beansprucht, verringert sich die Auflösung – etwa in großen Städten.

Hier sehen Sie ein Vergleichsvideo zur Grafik von "The Witcher 3" auf der Switch und der PS4:

Das detaillierte Interface von "The Witcher 3" geht auf der Switch nicht unter. Das Inventar, die Karte und Schriften sind gut lesbar und Details sind gut zu erkennen. Es ist erstaunlich, dass kein NPC, kein Haus, kein Monster aus der ursprünglichen Version in der Switch-Variante fehlt. Auch die Sichtweite ist gleich hoch. Dem Switch-Spieler entgeht also nichts. Ärgerlich sind die langen Ladezeiten in "The Witcher 3" auf der Switch – diese waren aber auf Current-Gen Konsolen auch nicht gerade kurz. Insofern bleibt alles beim Alten, leider.

Fazit: Die Portierung von "The Witcher 3" auf die Nintendo Switch ist beeindruckend und ebenso eine Meisterleistung wie das ursprüngliche Spiel selbst. Außerdem ist es ein Erlebnis, das Spiel auch unterwegs im Handheld-Modus der Switch genießen zu können.

[Lesen Sie ab hier den Original-Test aus dem Juni 2015]

Der Hexer ist zurück. Endlich. Denn so groß die Vorfreude, die Hoffnungen und die Erwartungen an den dritten Teil der Witcher-Saga auch waren: Das monumentale Action-Rollenspiel erfüllt sie. Wir haben uns eine Woche lang durch die Welt von "The Witcher 3: Wild Hunt" geschlagen und zeigen in unserem Test, dass die polnischen Entwickler von CD Projekt den Spieler ein Meisterwerk abgeliefert haben. Die Spielwelt, die Charaktere, die Geschichte: "The Witcher 3" hat viele Stärken – und nur wenige Schwächen.

Trailer zu "The Witcher 3":

Im dritten Teil der Witcher-Saga droht die Welt im Chaos zu versinken. Das Kaiserreich Nilfgaard fällt in die Nördlichen Königreiche ein, ganze Ortschaften stehen in Flammen. Krieg, Zerstörung und Elend bilden den Handlungsrahmen dieser fiktiven, mittelalterlichen Fantasywelt, die auf den Romanen des polnischen Schriftstellers Andrzej Sapkowski basiert. Mittendrin: Geralt von Riva, ein Hexer, ein Monsterjäger, der übernatürliche physische Kräfte und geistige Fähigkeiten besitzt. Geralt – der weiße Wolf – ist nicht unbedingt sympathisch. Er ist ein Söldner, ein Frauenheld, ein Einzelgänger. Bisweilen öffnet er sich seinen Mitmenschen aber. Benötigen diese dann seine Hilfe, greift er ein.

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Hier setzt die Handlung von "The Witcher 3: Wild Hunt" an: Geralts Adoptivtochter Ciri und seine frühere Geliebte Yennefer, beide bekannt aus dem Vorgänger "The Witcher 2: Assassins of Kings", sind auf der Flucht vor der Wilden Jagd, einer Horde von marodierenden Geistern, die als Vorbote des Unheils gilt und neue Seelen für ihre Armee gewinnen will.

Düster, grausam und doch wunderschön

Hexer Geralt von Riva verjagt die Monster nicht umsonst. Foto: CD Project Red
CD Project Red

Hexer Geralt von Riva verjagt die Monster nicht umsonst. Foto: CD Project Red

Mit seinem Lehrmeister Vesemir und seiner treuen Stute Plötze macht sich der Hexer darum auf die Suche. Diese startet im Dorf Weißgarten. Bereits auf dem Weg dorthin offenbart die Welt von "The Witcher 3: Wild Hunt" vieles von dem, was den Spieler in den nächste 70 bis 100 Spielstunden erwartet: Dark Fantasy. Ghule, menschenähnliche primitive Monster, treiben sich neben den Straßen der kriegsgebeutelten Welt herum, Leichen hängen von den Bäumen, in den niedergebrannten Dörfern lodern die letzten Flammen und Überlebende trauern um ihr einstiges Zuhause. Eine unwirtliche Welt, an deren Glaubwürdigkeit die Entwickler jedoch keinen Zweifel lassen und die so zu einer der herausragenden Stärken des Spiels wird.

Lebendige, glaubwürdige Spielwelt

Das gelingt auch durch die großen und kleinen Geschichten, die in "The Witcher 3" erzählt werden. Denn neben der spannenden, ja großartigen Haupthandlung, sind es die Nebenaufgaben, die "The Witcher 3" mit Leben füllen. Da ist der Waideler, ein Einsiedler, der mithilfe seiner Ziege in die Zukunft blicken kann. Da ist die alte Frau, der Gerald bei der Suche nach ihrer Bratpfanne hilft und dabei auf einen heimtückischen Mord stößt. Da ist der "Turm voller Ratten", wo sich ein Drama abspielte, das stark an Shakespeares "Romeo und Julia" erinnert.

Die Spielwelt von 'The Witcher 3' und dem Addon 'Blood and Wine' ist eine der schönsten in Abenteuer-Videospielen. Foto: CD Project Red
CD Project Red

Die Spielwelt von "The Witcher 3" und dem Addon "Blood and Wine" ist eine der schönsten in Abenteuer-Videospielen. Foto: CD Project Red

Hör zu und lerne

Nahezu alle dieser Geschichten, die abseits der Haupthandlung erzählt werden, überzeugen mit Liebe zum Detail. Es lohnt sich stets, den Dialogen zu folgen – egal ob man „The Witcher 3“ auf englisch oder deutsch spielt. Beide Ausgaben sind aufgrund der überzeugenden Sprecher sehr gut. Und da viele Entscheidungen auf den Spieler warten, die auch den Ausgang des Spiels beeinflussen können, ist es gleichermaßen ratsam.

Die Suche beginnt

Doch zurück zu Geralt und Vesemir, die auf ihrem Ritt nach Weißgarten auf einen Kaufmann stoßen, der von einem riesigen Greifen attackiert wird. In einer Zwischensequenz schnappt sich das Monstrum das Pferd des Händlers, der unter seinem Wagen kauert, und flattert davon. Gekämpft wird vorerst nicht; ein Kampf gegen ein solches Monster muss vorbereitet werden und dient gleichzeitig als Paradebeispiel für eine Hexermission in "Wild Hunt“.

Foto: CD Project Red
CD Project Red

Foto: CD Project Red

Eine Beispielmission

Denn der Greif muss vertrieben werden, er bedroht das Dorf. Als Belohnung warten nicht nur Goldstücke, sondern auch Informationen über den möglichen Aufenthaltsort von Yennefer – doppelte Motivation also. Gerald nutzt Tränke, Zauber und Schleifsteine, um sich für den Kampf zu wappnen. Der Trank „Donner“ verleiht dem Hexer genügend Macht, um dem Monstrum die Flügel zu stutzen. Im Alchemiemodus stellt Geralt ihn her, nachdem die notwendigen Kräuter dafür gesammelt wurden. Außerdem wirkt der weiße Wolf das Zeichen Quen, einen Schutzzauber, und schärft seine Klingen. Dann kann es losgehen. Der Protagonist legt einen Köder aus und der Greif kommt herbei geflogen. Per Armbrust oder Aard-Zeichen, einer telekinetischen Druckwelle, holt ihn der Hexer vom Himmel. Dann gilt es das Monstrum mit dem Silberschwert zu bearbeiten, bis dessen Kopf als Trophäe von Plötzes Sattel baumelt.

Ausgewogenes Kampfsystem

Die Aktionen in den Gefechten von „Wild Hunt“ sind fast immer gleich: Ein Schlag hier, ein Ausweichmanöver da, zwischendurch Zeichen wirken und auf die Energieleiste achten, gegebenenfalls einen kleinen Snack einwerfen. Langweilig oder simpel sind die Auseinandersetzungen aber nie, weil die Kämpfe technisch ausgewogen sind. Das System ist gleichermaßen dynamisch wie präzise. Der Kampf gegen ein größeres Monster erfordert eine andere Taktik als gegen eine Horde Wölfe oder Ghule. Das Timing der Schläge und Ausweichmanöver ist entscheidend für den Erfolg. Mit Blut und Brutalität geizt das Spiel dabei nicht. Deshalb ist es auch erst ab 18 Jahren freigegeben.

Foto: CD Project Red
CD Project Red

Foto: CD Project Red

Offene, wunderschöne Spielwelt

Auch abseits der Kämpfe spendieren die Entwickler von CD Projekt dem Spiel eine überzeugende Technik. Die offene Spielwelt, die auf der Grafik-Engine „Red Engine“ basiert, ist gigantisch. Und dabei ist selbst das kleinste Haus in einem entlegenen Winkel des mit über 136 Quadratkilometern riesigen Areals liebevoll gestaltet. Die Wettereffekte und der Tag- und Nachtwechsel sind atemberaubend schön. Überall wartet die Welt darauf, vom Spieler erkundet zu werden. Ob es ein Abstecher in ein Waldstück, die Expedition einer Höhle oder der Tauchgang zum Seegrund ist - Belohnungen sind garantiert: Geralt findet hier Schätze, stößt auf hilfesuchende Einwohner oder vernichtet eine Horde Monster, die ihm bessere Ausrüstungsgegenstände, ein neues Alchemie- oder Schmiederezept gewähren.

Das hätte besser sein können

Ein Kritikpunkt ist die mäßige Charakterentwicklung. Auf seinen Abenteuern sammelt Geralt Erfahrungspunkte, wodurch er im Level aufsteigt. Pro Stufenaufstieg gewährt ihm das Spiel einen Fähigkeitspunkt, mit dem er seine Schläge härter, seine Zauber wirkungsvoller oder seine Tränke verbessern kann. Diese neuen Fähigkeiten können mit sogenannten Mutagenen, also mächtigen Wirkstoffen, die Mutationen hervorrufen, erneut verstärkt werden. Wirkliche innovativ ist das Ganze nicht, denn der Kampfstil verändert sich durch unterschiedlich gesetzte Schwerpunkte nur wenig.

Fehler in Konsolenfassung

Und dass das Spiel nicht perfekt ist, beweist besonders die PC-Fassung. Gerade in den Kämpfen haben Maus-und Tastatur-Spieler so ihre Probleme ob der Vielfalt an Aktionsmöglichkeiten Geralts. Zwar können alle Tasten frei belegt werden, Mehrfachbelegungen sind jedoch eingeschränkt, wodurch die Steuerung umständlich bleibt. Ein Gamepad ist da die sinnvollere Wahl. Auch treten – wenn auch nur sehr selten – Spielfehler (Bugs) auf.

Wer akribisch nach Fehlern und Unzulänglichkeiten sucht, wird – zumindest bei den Konsolen-Versionen – ebenfalls im Inventarmenü fündig. Wer keinen überproportionierten Fernseher vor der Couch stehen hat, kann die Schrift in eben jenem Menü kaum entziffern, so klein ist sie gehalten.

Beim Spielen auf der Playstation 4 störten zudem die ärgerlich langen Ladezeiten von rund 40 Sekunden. Bugs haben sich erfreulicherweise nur sporadisch eingeschlichen – aber es gibt sie. Nach rund 15 Stunden Spieldauer gab es zwei Abstürze. Höchst ärgerlich auch, als sich Held Geralt an einem Standort so in einem Wasserloch verfängt und nicht mehr heraus zu manövrieren ist, dass der letzte Spielstand geladen werden muss. Das darf nicht passieren.

Fazit

Dennoch: "The Witcher 3: Wild Hunt" ist beängstigend nah an der Perfektion. Die glaubwürdig gezeichneten Charaktere, die lebendige Spielwelt, die großen und kleinen Geschichten des Spiels: Die Liebe zum Detail der Entwickler ist immens. Es lohnt sich daher, in die Welt einzutauchen und dem Hexer auf der Suche nach seinen Lieben zu begleiten.

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