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Surface, Lumia und iPad : Tablet-Day bei Microsoft, Nokia und Apple

vom

Microsoft hat ein neues Surface, Nokia ein neues Lumia. Apple bringt ein neues iPad mit dem Namen Air auf den Markt - und eine positive Nachricht für Mac-Nutzer. Das neue Betriebssystem „Mavericks“ gibt's ab sofort und kostenlos.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2013 | 18:15 Uhr

Es ist ein heißer Dienstag im Tablet-Markt geworden: Nokia stieg in das boomende Geschäft ein, Microsoft brachte die neue Generation seiner Marke Surface auf den Markt. Nach der Vorlage der Herausforderer richtete sich die Aufmerksamkeit auf den Marktführer Apple, der um 19 Uhr deutscher Zeit eine Präsentation in San Francisco abhielt. Die begann mit einer erfreulichen Ankündigung von Software-Chef Craig Federighi für alle PC- und Notebook-Nutzer. Im scharfen Wettbewerb auf dem PC-Markt wird das Betriebssystem für Mac-Computer kostenlos. Die neue Version des Systems OS X mit dem Codenamen „Mavericks“ werde noch am Dienstag verfügbar sein. Die Upgrades zählten bisher zu den umsatzstärksten Software-Angeboten von Apple. Es ist auch eine Herausforderung an Microsoft - für den Rivalen ist der Verkauf der Windows-Software nach wie vor eine zentrale Geldquelle.

Zugleich erneuerte Apple die Modellpalette seiner Macbook-Pro-Notebooks. Der Preis für das Modell mit Retina-Display mit besonders hoher Auflösung wurde um 200 Dollar auf 1299 Dollar gesenkt. Der PC-Markt schrumpft gerade, weil viele Nutzer lieber zu Smartphones und Tablets greifen, auch Apple ist davon betroffen.

Auch die beiden iPads sind neu. Dabei wurde das große Modell deutlich dünner, leichter und leistungsstärker gemacht, kündigte Marketingchef Phil Schiller an. Deshalb bekam es den neuen Beinamen Air. Äußerlich wurde das große Modell mit schmalen Seitenrändern an das Design des kleineren iPad mini angepasst. Der Preis beginnt wie zuvor bei 499 Dollar. Marktstart ist am 1. November.

Das iPad mini wurde wie erwartet mit einem Display mit höherer Auflösung aufgerüstet. Es hat jetzt genauso viele Pixel wie das große Modell. Es bekam den gleichen neuen Chip, den Apple in sein Flaggschiff-Smartphone Phone 5s einbaut. Der Preis für das einfachste Modell stieg mit den Verbesserungen von 329 auf 399 Dollar. Zugleich behält Apple auch die bisherige Version im Programm und verkauft sie jetzt ab 299 Dollar.

Stunden zuvor hatten die verbündeten Apple-Rivalen Nokia und Microsoft die Bühne. Der einstige Handy-Weltmarktführer aus Finnland stellte dreieinhalb Jahre nach dem Start der ersten iPad-Generation sein erstes Tablet vor. Das Gerät mit der Bezeichnung Lumia 2520 läuft mit dem aufgefrischten Betriebssystem Windows RT 8.1 von Microsoft. Es lehnt ans Design der Lumia-Smartphones an und hat einen großen Zehn-Zoll-Bildschirm sowie schnellen LTE-Datenfunk. Das Tablet kommt zunächst nur in Finnland, Großbritannien und den USA auf den Markt.

Microsoft ist gerade dabei, die Gerätesparte von Nokia zu übernehmen – doch vorerst treten die beiden Anbieter mit konkurrierenden Geräten gegeneinander an. Während Nokia in Abu Dhabi seinen Tablet-Erstling präsentierte, brachte der Windows-Konzern die Weiterentwicklung seiner hauseigenen Surface-Geräte auf den Markt.

Die neuen Modelle Surface 2 und Surface Pro 2 sind ab sofort in 21 Ländern erhältlich. Beide Geräte sind generalüberholt, warten mit weniger Gewicht, besseren Displays und schnellerer Rechenleistung auf. Für zwei Jahre bietet Microsoft seinen Kunden kostenlos 200 Gigabyte Speicher über seinen Online-Dienst SkyDrive an.

Neben dem Verbrauchermarkt will Microsoft verstärkt Unternehmen ansprechen. Als einen der ersten Großkunden gewann der Softwarekonzern die US-Fluggesellschaft Delta Airlines, die bis Ende 2014 rund 11.000 Piloten mit neuen Surface 2 ausstatten will. Die Tablets sollen den analogen Pilotenkoffer ersetzen. Damit könnten rund 13 Millionen Dollar jährlich eingespart werden, hieß es. Mehrere andere Airlines setzen bereits auf Apples iPads.

Nokia will bei seinem Tablet erprobte Stärken wie hochwertige Kamera-Technik und den hauseigenen Kartendienst ausspielen. Außerdem soll das Display auch bei starkem Sonnenlicht gut nutzbar sein. Zudem hofft Nokia, mit Software zu punkten, die es zumindest zunächst nur auf dem Lumia-Tablet geben soll – etwa das gemeinsam mit DreamWorks Animation entwickelte Netzwerk-Spiel „Dragon's Adventure“.

Microsoft ist bisher nur ein Nischen-Anbieter in dem lukrativen Geschäft: Für alle Tablets mit Windows-Betriebssystem errechneten die Marktforscher von IDC für das zweite Quartal nur einen Marktanteil von 4,5 Prozent. Die dominierende Plattform ist demnach wie bei den Smartphones Android mit über 60 Prozent. Apple mit seinen iPads ist aber mit über 32 Prozent der größte einzelne Anbieter vor Samsung.

Insofern dürfte die Präsentation des Konzerns in San Francisco auch die Ankündigungen der Konkurrenz in den Hintergrund drängen. Apple hatte wie immer nicht angekündigt, was vorgestellt wird, es gab jedoch kaum Zweifel, dass die iPads im Mittelpunkt stehen würden.

Apple werde am Dienstag ein iPad mini mit verbessertem Bildschirm vorstellen, bekräftigten das „Wall Street Journal“ und die Finanznachrichtenagentur Bloomberg zuletzt am Montag seit Wochen köchelnde Gerüchte. Das große iPad soll demnach mit schmaleren Seitenrändern an das Design des kleineren Modells angepasst werden.

Im Inneren soll der leistungsstarke A7-Chip einziehen. Ob Apple auch den Fingerabdruckscanner aus dem neuen iPhone 5s einbaut, galt dagegen als offen. Insgesamt sickerten deutlich weniger Informationen durch als vor der Vorstellung der iPhone-Modelle im September.

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