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Schädlinge machen Computer zum Teil von Hackerangriffen

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Darmstadt (dpa/tmn) - Es klingt nach schlechtem Film, ist aber real: Ohne etwas davon zu ahnen können Computerbesitzer Hackern bei ihren kriminellen Aktionen helfen. Als Teil eines Botnetzes sendet der Rechner dann Spam oder greift Webseiten von Unternehmen an.

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erstellt am 30.Mai.2013 | 05:33 Uhr

Darmstadt (dpa/tmn) - Es klingt nach schlechtem Film, ist aber real: Ohne etwas davon zu ahnen können Computerbesitzer Hackern bei ihren kriminellen Aktionen helfen. Als Teil eines Botnetzes sendet der Rechner dann Spam oder greift Webseiten von Unternehmen an.

Computernutzer können nicht nur Opfer, sondern ohne ihr Wissen auch Teil eines Hackerangriffs werden. Dabei kommt Schadsoftware zum Einsatz, die zum Beispiel über manipulierte Webseiten auf fremde Rechner gelangt. «Die ist von außen steuerbar und läuft dort teilweise über Jahre», sagt Harald Baier, Professor für Internetsicherheit am Center for Advanced Security Research Darmstadt (CASED). Das bösartige Programm macht fremde Computer zum Teil eines sogenannten Botnetzes. Kriminelle können damit zum Beispiel Angriffe auf Webseiten starten oder Spam-Mails verschicken.

Derartige Cyberkriminalität hat in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2012 hervor. Unter den dort verzeichneten Straftaten ist auch die sogenannte Computersabotage, zu der zum Beispiel der großflächige Angriff auf Webserver gehört. Dabei greift ein Computer auf eine Webseite zu, verweigert dem Server dann aber die Antwort. Das zwingt diesen dazu, mehrere Sekunden zu warten. Machen das viele Rechner innerhalb kurzer Zeit gleichzeitig, geht der Webserver in die Knie.

In der Regel stecken hinter den Attacken Botnetze, erklärt Prof. Baier: «Manchmal sind das Überzeugungstäter. Meistens kommen die Angriffe aber von unwissenden Nutzern.» Die merken in der Regel gar nicht, dass ihr Rechner gerade einen Server lahmlegt. «Das ist kaum spürbar, höchstens wenn Rechner und Internetverbindung etwas langsamer werden», erläutert der Informatiker. «Meistens ist die Malware aber so intelligent programmiert, dass sie kaum auffällt.»

Absichern können sich Nutzer gegen solche Malware mit einer Firewall und Antivirensoftware. Die kann Schädlinge nicht nur vom Rechner entfernen, sondern im Idealfall schon vorher abwehren. Betriebssystem, Browser und andere Programme sollten zudem immer auf dem neuesten Stand sein. «Browser-Plugins sind zum Beispiel ein typisches Einfallstor für Malware», warnt Baier. Mit diesen Schutzmaßnahmen halten sich Computerbesitzer nicht nur Schädlinge vom Leib: «Wer seinen Rechner so absichert, sollte auch vor Gericht eigentlich keinen Ärger bekommen, wenn er trotz der Schutzmaßnahmen Teil solcher Attacken wird.»

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