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Technik : Rauschen und Flackern: Tipps gegen Funkstörungen

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Sie alle nutzen Funksignale und kommen sich dabei auch schonmal in die Quere: Fernseher, Radio, Schnurlostelefon und Antennen. Das geht zwar meistens gut, kann aber auch zu erheblichen Problemen führen.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2013 | 12:16 Uhr

Wenn das Fernsehbild plötzlich in Bauklötze zerfällt oder Streifen bekommt und der Gesprächspartner am Handy kaum noch zu verstehen ist, müssen die Geräte nicht gleich in die Reparatur. Häufig sind Funkstörungen im Haushalt Ursache für die Probleme. «Typisch sind Störungen des analogen Radio- und TV-Empfangs», erklärt Günther Ohland von der Zeitschrift «Connected Home». Handys und Schnurlos-Telefone seien ebenfalls betroffen, allerdings seltener. Digitale Geräte, die per WLAN kommunizieren, könnten zwar mit Störungen umgehen. Das Resultat sei aber oft eine deutlich langsamere Datenübertragung.

Die Ursachen für solche Störungen sind vielfältig. Für Chaos können zum Beispiel regulär betriebene Sendeanlagen für Rundfunk und Mobilfunk sowie Amateur- und Taxifunk in der Umgebung sorgen, erklärt Andreas Jaske von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM). Schuld ist aber möglicherweise auch ein falsch eingerichtetes Verteilnetz in der Nachbarschaft, ein nicht genehmigter Funkdienst oder eine fehlerhafte Sendestation.

Elektronische Geräte wie Fön, Waschmaschine sowie Kühl- und Gefrierschränke können außerdem das Stromnetz stören. Die Datenübertragung per Stromleitung, Powerline genannt, funktioniert dann eventuell plötzlich nicht mehr. Beschädigte Elektromotoren in Staubsaugern, Lüftern und Mixern sind eine weitere mögliche Fehlerquelle, so Fachjournalist Ohland. Gleiches gilt für schlecht oder billig konstruierte Netzteile in PCs und Steckerdosenleisten.

Mobiltelefone verursachen unter Umständen Aussetzer an Audiogeräten und den dazugehörigen Lautsprechern sowie an den Empfangsantennen für Satellitenfernsehen und DVB-T. Probleme gab es zuletzt zum Beispiel häufiger mit Smartphones oder Routern, die den Mobilfunkstandard LTE verwenden. Und manche Geräte stören sogar so massiv, dass die Bundesnetzagentur davor warnt. Dazu zählen zum Beispiel Kameras, die Frequenzen des Funkdienstes für die Flugnavigation nutzen. Sie könnten gravierende Störungen hervorrufen, würden in Deutschland aber von manchen Händlern trotzdem verkauft, wenn auch mit dem Warnaufdruck «Nur für den Export bestimmt».

Um der Störquelle auf die Spur zu kommen, ist oft ein wenig Detektivarbeit nötig. Häufige Ursache für Streifen oder weiße Punkte im TV-Bild ist nach Angaben der Bundesnetzagentur zum Beispiel ein schlecht abgeschirmtes Antennenkabel, das sich leicht austauschen lässt. Ein Wechsel der Koaxialkabel sowie alter Antennendosen und Verteiler lässt sich ebenfalls noch relativ einfach und preiswert realisieren.

Einfluss auf das Störpotenzial hat aber auch der Standort eines Geräts: «Mobiltelefone, DECT-Telefone und sonstige Funkgeräte sollten nicht in der Nähe von Empfangsgeräten, Antennen und Leitungen liegen», rät Andreas Jaske. Selbst im Ruhezustand bauten die Geräte häufig eine Funkverbindung auf, die Störungen hervorrufen kann. Funktionieren die Geräte einwandfrei, ist die Bundesnetzagentur in der Regel die richtige Anlaufstelle für Hilfesuchende, rät der LfM-Experte.

Deren sogenannte Funkstörungsannahme ist unter der Telefonnummer 04821/89 55 55 rund um die Uhr erreichbar. Wer dort anruft, sollte sein Problem möglichst präzise beschreiben können: Dazu gehört zum Beispiel, was gestört wird, wie sich das Problem auswirkt und wie häufig und zu welchen Zeiten es auftritt.

Halten die Mitarbeiter auf Basis dieser Angaben eine Störung für möglich, rückt die Agentur mit einem Mess- und Peilwagen an, um die Quelle zu ermitteln. Dies geschieht in der Regel kostenlos. Der Verursacher der Störung kann jedoch zur Kasse gebeten werden, wenn er beispielsweise gegen Nutzungsbestimmungen einer Frequenzzuteilung verstoßen hat.

Wer solche bösen Überraschungen vermeiden will, sollte schon beim Kauf elektronischer Geräte gut aufpassen. «Alle in der EU in den Verkehr gebrachten Geräte müssen die Regeln der Technik und ganz besonders die der elektromagnetischen Verträglichkeit einhalten», sagt Günther Ohland. Das müssen die Hersteller verbindlich erklären und nachweisen. Einen Hinweis auf ordentliche Geräte gibt das CE-Zeichen auf der Verpackung. Vorsichtig sollten Verbraucher aber bei Produkten von Billiganbietern mit unbekannter Herkunft sein: Hier können die Prüfzeichen unter Umständen gefälscht sein.

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