Kommentar : Noch keine Lösung für Autos

Hat das Rathaus kein Interesse an dem Mammutprojekt?

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20. November 2008, 03:41 Uhr

Neumünster hat ein Luxusproblem. Zwei potente Konzerne wollen riesige Einkaufszentren in die Innenstadt klotzen, die noch vor wenigen Jahren für eine Stadt wie Neumünster völlig unerreichbar schienen; sogar ein dritter Interessent hat sich vor wenigen Tagen ins Spiel gebracht. Die Ratsmitglieder entscheiden in knapp zwei Wochen über das andere Riesenprojekt (Fabrikverkaufszentrum DOC), und müssen jetzt schon mehrere Schritte weiterdenken. Es gibt Schlimmeres.

Wer soll es also werden - Europas Marktführer ECE oder die Lübecker HBB? Die Präsentation von ECE war besser, und das Center-Management ist anerkannt hochprofessionell und mit langem Atem. Hier verschwindet alte Bausubstanz, dort wird das Teichufer zugebaut. Beide Interessenten konnten keine überzeugende Lösung für den Autoverkehr präsentieren, aber die Variante mit der Untertunnelung der Stadthalle erscheint schon sehr gewagt. An der Verkehrsfrage müssen beide Unternehmen noch arbeiten.
Das könnte Klagen provozieren

Ärgerlich ist nur, dass nach außen hin der Eindruck entsteht, im Rathaus interessiere man sich nicht so recht für das Projekt. Es war noch kein Thema im Bauausschuss; eine Einwohnerversammlung ist für 2009 geplant. Erst solle das DOC unter Dach und Fach gebracht werden, heißt es gebetsmühlenhaft. Der Grund ist wohl eine Heidenangst vor Klagen gegen DOC-Beschlüsse oder -Bebauungsplan, denn in den Ausschreibungen für das DOC ist von einem 100-Millionen-Einkaufstempel in der City keine Rede. Das könnte Klagen von unterlegenen Bewerbern oder von anderer interessierte Stelle provozieren.

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