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„Möglichkeiten und Gefahren dieses Mediums ausloten“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

von
erstellt am 31.Okt.2013 | 12:37 Uhr

Für den Schulleiter der Flensburger Auguste-Viktoria-Schule gehört die Nutzung des Tablets zum Alltag. Im Gespräch mit Georg Konstantinow erläutert Dr. Markus Eckert, wie in der Praxis der Unterricht mit den iPads gestaltet wird.

Wie ist die Idee entstanden, Tablets im Unterricht an der Auguste-Viktoria-Schule (AVS) einzusetzen?
Dr. Eckert: Als im Sommer 2010 die ersten Tablets auf den Markt kamen, deutete es sich an, dass diese Geräte auch für Schülerinnen und Schüler ausgesprochen gut geeignet sein könnten. Als Herr Räker mit der Idee zu mir kam, mit einer Oberstufenklasse einmal die Einsatzmöglichkeiten der iPads im Schulalltag drei Jahre bis zum Abitur gründlich auszuprobieren, da war ich sofort mit dabei.

Warum ist die AVS die richtige Schule, um ein solches Projekt zu realisieren?

Wir haben uns schon früh entschlossen, unserer Oberstufe ein eigenes Schüler-WLAN zur Verfügung zu stellen. Und ein paar sehr versierte Informatik-Lehrer haben wir glücklicherweise auch, die die Kompetenzen zur Einrichtung und Pflege der technischen Einrichtungen für die iPad-Klasse haben.
In welchen Fächern sind die Tablet-PCs einsetzbar?
Natürlich gibt es Fächer, bei denen der Einsatz der Tablet-Computer auf der Hand liegt. Zum Beispiel kann das iPad im Mathematikunterricht den grafikfähigen Taschenrechner, der in der Oberstufe bei uns generell benutzt wird, direkt ersetzen, weil es eine entsprechende App gibt. Aber tatsächlich werden die Schülerinnen und Schüler in jedem Unterrichtsfach ihr Tablet häufig einsetzen können, da sie ja beständig Notizen machen, Übersichten anfertigen und präsentieren.
Glauben Sie, dass der Tablet-Einsatz die Schüler im Unterricht zusätzlich motiviert, Neues zu lernen?
In der Anfangsphase, so kann man zurzeit beobachten, motiviert das Tablet die Schülerinnen und Schüler einfach dadurch, dass es etwas ganz Neues ist, ein solches digitales Arbeitsmittel im Unterricht einsetzen zu dürfen. Es ist nicht mehr die Ausnahme, während des Unterrichts ins Internet zu gehen, sondern es ist jetzt jederzeit möglich. Und dann wird es für uns Lehrkräfte nach einigen Monaten besonders interessant sein, zu beobachten, was passiert, wenn sich die Schüler daran gewöhnt haben, mit diesen Geräten jeden Tag umzugehen. Wenn es alltäglich geworden ist. Wir dürfen uns davon schon einen unterrichtlichen Mehrwert versprechen, da bei der Erarbeitung von Unterrichtsthemen rasch Anschauungsmaterial wie Hintergründe und Zusammenhänge leicht herangezogen werden können.
Wie kommt das Projekt im Lehrerkollegium an?
Jedes Mitglied des Kollegiums wird die Möglichkeit haben, sich genau über die Erkenntnisse zu informieren und sich in die Diskussion um die pädagogische Bewertung des unterrichtlichen iPad-Einsatzes einzubringen.
Wie sehen Sie die Zukunft des Unterrichts im Hinblick auf den Einsatzes von neuen Medien?
Ich glaube, dass Lehrbücher und gedruckte Arbeitsbögen schon bald mächtig Konkurrenz durch digitale Produkte bekommen werden. Nie aber werden neue Medien die Lehrkraft als Anleiter, als Lernbegleiter und Coach verdrängen oder ablösen können.

Wie fit sind Sie im Umgang mit einem Tablet-PC?
Ich selbst benutze Tablets seit einigen Jahren als alltägliche digitale Hilfsmittel und kann mit den wichtigen Apps zum Schreiben, Lesen, Recherchieren, Präsentieren und zur Zeitplanung umgehen. Gern unterrichte ich in der iPad-Klasse das Fach Deutsch und lote mit den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeiten und Gefahren dieses Mediums in der schulischen Verwendung aus.
Was wäre Ihr Wunsch für die Zukunft im Hinblick auf das Projekt?
Ich erhoffe mir von unserem Projekt iPad-Klasse an der AVS, dass wir im Laufe von drei Jahren gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern kreativ und kritisch die Möglichkeiten des Einsatzes von Tablet-PCs im Unterricht gründlich ausprobieren können. Damit werden wir ein Schlaglicht werfen auf einen effektiven und individualisierten digital unterstützten Unterricht der Zukunft.

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