In die Klickfalle getappt

bma-autorin

von
10. Juni 2014, 16:02 Uhr

Zwei Dinge über Facebook sollte inzwischen jeder mitbekommen haben. Erstens: Facebook macht oft Spaß. Zweitens: Facebook nervt gewaltig, wenn man unter allen Umständen die Kontrolle über seine eigenen Daten behalten will. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat wirtschaftliches Interesse an unseren Fotos, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Freundeslisten. Nur Klickfallen bei Facebook sind noch nerviger.

In den vergangenen Wochen machten in dem sozialen Netzwerk diverse Sex-Videos die Runde – oder besser: gerade nicht. Schlagersängerin Helene Fischer, Top-Model-Tante Heidi Klum, Dschungelcamp-Kandidatin Melanie Müller und TV-Blondine Daniela Katzenberger – sie alle sollten nackt zu sehen sein. Auf Fake-Facebook-Seiten, die „Helene Fisher“ oder „Heidi Klumm“ heißen und den Betrug schon signalisieren wie eine Alarmleuchte, wird für die Filmchen geworben.

Wer neugierig auf die Mitteilung klickt, bekommt kein Video zu sehen – sondern eine externe Seite, die einer Facebookseite sehr ähnlich sieht. Für gewöhnlich kann man dann noch mal klicken – und landet schließlich irgendwo im Netz, wo unter falschen Vorgaben Daten abgefragt und angebliche Abos für zweifelhafte Dienstleistungen zu horrenden Preisen verkauft werden. Spätere Versuche des Geldeintreibens inklusive. In anderen Fällen werden Facebook-Freunde zu Gruppen hinzugefügt, in denen es von Internetbetrügern und Fake-Accounts wimmelt.

Das Gemeine: Die Schande der Klickfalle bekommt auch noch jeder mit, selbst wenn der monetäre Schaden ausbleibt. Der erste Klick löst ein „Gefällt mir“ auf Facebook aus . Alle 532 Facebook-Freunde wissen also, dass wir Heidi Klum mal nackt sehen wollten. Oder Helene Fischer. Vielleicht schützt diese Angst vor der Blamage mehr als die Angst vor dem Internetbetrug.

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