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Digitaler Wandel : Es dauert länger: Daniel Günther spricht beim Barcamp über Digitalisierung

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Zwei Tage lang diskutieren mehr als 300 Teilnehmer über die digitale Zukunft.

shz.de von
erstellt am 11.Aug.2017 | 15:49 Uhr

Kiel | Ist WhatsApp eigentlich illegal?! Wie bezahle ich mit Bitcoins oder wie schütze ich mein Handy vor Hackern? Um diese Fragen geht es an diesem Wochenende beim achten Barcamp in Kiel. 300 technikbegeisterte Besucher strömten am Freitag in den Wissenschaftspark, um sich über Digitalisierung, Internet und das Web 2.0 auszutauschen.

<p>Zum achten Mal fand das Barcamp in Kiel statt. </p>

Zum achten Mal fand das Barcamp in Kiel statt.

Foto: Merle Dießelkämper
 

Politische Bedeutung verlieh der Veranstaltung der Besuch des Ministerpräsidenten Daniel Günther. Er war gekommen, um über die Digitalisierung in Schleswig-Holstein zu sprechen. Ein Thema, das in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat.

Dabei blieb Günther bei generellen Aussagen. Es sei Aufgabe der Landesregierung, die Digitalisierung zu fördern, zu begleiten und in manchen Bereichen zu steuern. „Ökologie, Ökonomie und Digitalisierung gehen heute immer mehr Hand in Hand, deshalb ist es wichtig, dieses Thema zu fokussieren“, sagte Günther.

Aus diesem Grund wird er, wie die Vorgängerregierung, den Glasfaser-Ausbau in Schleswig-Holstein weiter vorantreiben. „28 Prozent der Haushalte in unserem Bundesland sind bereits an das Netz angeschlossen. Damit sind wir in einer bundesweiten Spitzenposition“, sagte der 44-Jährige. Bis 2025 sollen alle Haushalte versorgt sein, in den Schulen soll das schnelle Internet bereits 2021 einsatzbereit sein. Die Vorgängerregierung  wollte dieses Vorhaben bereits ein Jahr früher abgeschlossen haben. Bereits 2020 sollten alle rund 800 Schulen ans Glasfasernetz angeschlossen sein. Es wird also noch etwas länger dauern.

Zudem soll es digitale Bürgerangebote geben, eine digitale Verwaltung und eine Schulbildung, die die Schüler fit für die digitale Welt macht und die Medien frühezeitig in den Unterricht mit einbindet. Vor allem was die Verwaltung angehe, komme noch einiges auf uns zu, sagte Günther. Hier seien die Papierberge, die ins Digitale umgewandelt werden müssen, besonders groß.

<p>Daniel Günther gesellte sich nach seiner Rede ins Publikum.</p>

Daniel Günther gesellte sich nach seiner Rede ins Publikum.

Foto: Merle Dießelkämper

Wie genau diese Mammutaufgabe umgesetzt werden soll, ließ er im Dunkeln. „Es ist noch zu früh, um etwas Konkretes zu sagen. Man muss der neuen Regierung Zeit geben, sich auf das Thema einzustellen“, sagt Jan Winters, Mitorganisator des Barcamps. „Dennoch erwarte ich, dass es in den nächsten Monaten nähere Fakten gibt.“

Winters wünscht sich vor allem, dass die angestoßene Diskussion über Digitalisierung nicht abreißt, sondern weitergeführt wird und erste Ergebnisse sichtbar werden. Der Breitbandausbau ist für Winters ein wichtiges Thema der Branche. Entwicklung und wirtschaftliche Interessen stehen dabei teilweise im Gegensatz. „Es ist finanziell nicht rentabel, die Randgebiete mit Breitband zu versorgen. Allerdings hängt davon die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen ab.“

Aber auch alternative Arbeitsmodelle rücken immer mehr in den Fokus. „Es kommt heute nicht mehr darauf an, physisch örtlich präsent zu sein. Arbeiten kann man von überall“, sagt Winters. Die nötigen Software-Systeme gibt es bereits. Was fehlt, ist die Akzeptanz von Arbeitgebern und -nehmern. „Die Digitalisierung ist eine Chance für unser Land. Gleichzeitig ist es eine große Herausforderung“, bringt es Günther auf den Punkt.

Zwei Tage lang wird auf dem Barcamp unter anderem über diese Problematik diskutiert. Die Tagung ist dabei, wie für ein Barcamp charakteristisch, offen gehalten. Jeder Besucher kann einen Vortrag, eine sogenannte „Session“, halten. Die Besucher können sich aussuchen, welche Session sie besuchen wollen. Die Veranstaltung wird komplett durch Sponsoren finanziert. Der Eintritt ist frei und die Besucher werden mit Essen und Getränken die Tage über verpflegt. Die Teilnehmerzahl ist pro Veranstaltung auf 300 begrenzt. „Wir haben immer eine lange Warteliste, aber mehr Besucher können wir logistisch nicht unterbringen“, sagt Mitorganisatorin Anja Scharfenberg.

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