Chronik der großen Fluten an Elbe und Nordsee

Zusammenfassung der Flut-Historik

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28. Februar 2012, 02:44 Uhr

Jahr 838, 26. Dezember: Die erste dokumentierte Sturmflut forderte auf dem Gebiet der heutigen Niederlande 2500 Tote.

1164, 17. Februar: Julianenflut: Ostfriesland und Weser-Elbe-Gebiet, Jadebusen beginnt zu entstehen, zirka 20 000 Tote

1219, 16. Januar: Erste Marcellusflut in West-, Ost- und Nordfriesland, schwere Schäden, große Überschwemmung im Elbegebiet, ca. 36 000 Tote. Von hier ist der erste Augenzeugenbericht überliefert.

1248, 28. Dezember: Allerkindleinsflut im Elbegebiet, Zertrennung der historischen Elbinsel Gorieswerder in mehrere Teile, viele Tote.

1277: Weihnachtsflut bei der etwa 50 Dörfer in den Fluten untergingen.

1287, 14. Dezember: Luciaflut an der deutschen Nordseeküste, ca. 50 000 Tote

1362, 15. bis 17. Januar: Zweite Marcellusflut oder Grote Mandränke: Ost- und Nordfriesland große Landverluste, der Dollart beginnt zu entstehen, 30 Dollartdörfer untergegangen, Leybucht und Jadebusen erweitert, Zerstörung von Rungholt, ca. 100 000 Tote.

1412, 21. November: Cäcilienflut an der Unterelbe, ein ganzes Dorf an der Estemündung vernichtet, Elbinsel Hahnöfersand vom Festland abgetrennt. Es gab schätzungsweise rund 30 000 Todesopfer.

1436, 1. November: Allerheiligenflut an der deutschen Küste, viele Tote.

1470, 6. Januar: Heilige Dreikönigsflut in den Elbmarschen.

1570, 1. November: Allerheiligenflut von Flandern bis Jütland, zahlreiche Deiche wurden zerstört, es gab Landverluste in Ostfriesland und etwa 10 000 Tote zwischen Ems und Weser.

1573, 21. August: Kornflut mitten im Sommer: Vernichtung des Korns auf den Feldern, da die Deiche nach der Allerheiligenflut 1570 noch nicht repariert waren.

1717, 24. Dezember: Weihnachtsflut an der gesamten Nordseeküste. Es war die schwerste bis dahin bekannte Sturmflut mit Inseldurchbrüche auf Juist, Baltrum, Langeoog und Spiekeroog, Eiderstedt und Marschen bis Geestrand überschwemmt, ca. 12 000 Tote.

1745, 21. Oktober: Sturmflut an der Unterelbe, das Dorf Bishorst zerstört.

1756, 7. Oktober: Markusflut im Hamburger Raum mit etwa 600 Toten

1962, 16./17. Februar: Hamburger Sturmflut: 61 Deichbrüche, 400 Kilometer Deich stark beschädigt oder zerstört, ein Sechstel des Hamburger Stadtgebietes überschwemmt. Die Bilanz: 340 Tote, 315 allein in Hamburg, 1300 Häuser zerstört.

1976, 3. Januar: Januarflut im Elbegebiet, höchste Sturmflut an nahezu allen Pegeln der deutschen Nordseeküste mit zahlreichen Deichbrüchen.

1990, 27. Februar: Februarflut an der deutschen Nordseeküste.

1999, 3. Dezember: Orkan Anatol treibt den Wasserpegel auf Höchststände. Nur weil der Sturm gerade noch rechtzeitig wieder abflaute, kam das Elbegebiet weitgehend ungeschoren davon.

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